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Schweizer Restaurant: Wirt will mit Muttermilch kochen

Ungewöhnliches Angebot in der Schweiz: Ein Wirt will in seinem Restaurant Speisen anbieten, die er mit Muttermilch gekocht hat, darunter Suppen und Geschnetzeltes. Mit seinem Plan hat der Koch allerdings schon die Behörden auf den Plan gerufen.

In der Schweiz will ein Wirt in seinem Restaurant Gerichte mit Muttermilch kochen

In der Schweiz will ein Wirt in seinem Restaurant Gerichte mit Muttermilch kochen

Ein Schweizer Gastwirt will mit Muttermilch kochen und hat damit eine Kontroverse ausgelöst. Hans Locher vom Restaurant "Storchen" in Iberg bei Winterthur sagte am Dienstag der schweizerischen Nachrichtenagentur SDA, er plane als Gerichte Zürcher Geschnetzeltes und Suppen. Die Behörden sehen darin allerdings einen Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz.

"Wir sind alle damit aufgezogen worden. Weshalb sollte Muttermilch jetzt nicht mehr zu unserem Speiseplan gehören?", sagte der Wirt. Er selber habe schon im privaten Rahmen damit experimentiert und sehr gute Ergebnisse erzielt. Jetzt will Locher die Muttermilch im Rahmen von mehreren "Aktionswochen" auf die Speisekarte nehmen. Die Gerichte sollen allerdings extra gekennzeichnet werden und kosten ein paar Franken mehr als solche, die normal zubereitet werden. Bislang habe er noch keine Muttermilchspeisen verkauft. Wie der Winterthurer "Landbote" berichtete, sucht der Wirt per Flugblatt "Lieferantinnen". Bisher soll es drei Interessentinnen geben. Den Spenderinnen sichert er Anonymität zu. Allerdings legte Locher im Interview mit "20min.ch" Wert darauf, dass kein Baby hungern müsse.

Ausprobiert hat Locher die Muttermilch bereits vor 35 Jahren, als seine Tochter zur Welt kam, gab er im Interview weiter zu. Es schmecke wirklich, versichert er, da Muttermilch süsslicher und fetthaltiger sein als Kuhmilch. Allerdings hat er festgestellt, dass er die Muttermilch immer mit etwas Schlagsahne verarbeiten muss, damit es luftig werde.

Der Zürcher Kantonschemiker Rolf Etter sagte dazu, der Mensch gehöre nicht zu jenen Säugetieren, deren Produkte man verarbeiten dürfe. Konkret verboten sei dies allerdings auch nicht. "Der Mensch ist als Lieferant einfach nicht vorgesehen", meinte Etter, der das Kochen mit Muttermilch für einen Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz hält. Der "Storchen"-Wirt will sich davon nicht beeindrucken lassen. Man müsse ihm erst einmal beweisen, dass er gesetzeswidrig handele.

DPA/web / DPA
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