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"Aktenzeichen XY … ungelöst": Im Rotlicht-Millieu erdrosselt: Kripo rollt Morde an zwei Prostituierten neu auf

Sie waren heroinabhängig, gingen in Bremerhaven auf den Straßenstrich – und wurden Anfang der 1990er-Jahre erdrosselt: Die Morde an Vanessa Wardelmann und Anja Witt weisen erstaunliche Parallelen auf. Mit neuen Phantomfotos des mutmaßlichen Täters will die Kripo den Fall nun lösen.

Anja Witt (l.) und Vanessa Wardelmann (r.) wurden in Bremerhaven ermordet 

Anja Witt (l.) und Vanessa Wardelmann (r.) wurden in Bremerhaven ermordet 

Es war ein Donnerstagabend im September 1992 als ein unbekannter Mann die damals 22-jährige Vanessa Wardelmann in der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven ansprach. Sie arbeitete dort als Prostituierte. Als vermeintlicher Freier lockte er sie in einen dunkelblauen Kleinwagen, so die Vermutung der Polizei. Zwei Tage später wurde die Leiche der jungen Frau in der Nähe der Autobahn 27 gefunden. 

Keine sieben Monate später schockierte ein zweiter Leichenfund Bremerhaven. Ein Spaziergänger entdeckte am 9. Mai 1993 den leblosen Körper von Anja Witt – in einem Waldstück in der Nähe der A27.

Der Fundort der Leichen ist nicht die einzige Parallele zwischen den beiden Fällen. Genau wie Vanessa arbeitete Anja als Prostituierte in der Van-Heukelum-Straße. Die Polizei vermutet, dass die damals 26-Jährige ihren Mörder ebenfalls während ihrer Arbeit getroffen haben könnte. Beide Frauen wurden erdrosselt. In beiden Fällen hatte der Täter den Mund der Opfer mit Leukoplast zugeklebt, berichtet die "Osnabrücker Zeitung". Beide Frauen litten zudem an einer Heroinsucht.

Ein Täter, zwei Motive? 

Die Polizeiinspektion Cuxhaven rollt die beiden Fälle nun wieder auf. "Mord verjährt nie", betont Polizeihauptkommissarin Anke Rieken. "Wir wollen Gewissheit für die Hinterbliebenen schaffen", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Rekonstruierte DNA-Fragmente lassen die Kripo an einen Täter glauben. Auch wenn die Ermittler zwei verschieden Motive für möglich halten, berichtet die "Augsburger Allgemeine". Im Fall von Vanessa könnte es demnach um Drogenschulden gegangen sein. Bei Anja könnte es hingegen um ein Sexualdelikt handeln. In der Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" wird die Polizei am Mittwochabend Phantombilder zeigen – in der Hoffnung, dem Mörder auf die Spur zu kommen. 

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Cuxhaven unter der Telefonnummer 04721/5730 zu melden. Für entscheidende Hinweise, die zu einer rechtskräftigen Verurteilung der beziehungsweise des Täters führen, hat die Polizei eine Belohnung von bis zu 5000 Euro aus.

Quellen: Polizeiinspektion Cuxhaven, "Osnabrücker Zeitung", Augsburger Allgemeine" 


ivi
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