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99 Jahre Haft: US-Rapper ließ Mutter töten, räumte ihre Konten leer und warf in Videos mit dem Geld um sich

Ein minder erfolgreicher Rapper aus Chicago hat seine Mutter töten lassen, um an ihr Geld zu gelangen. Ein Richter verurteilte den 30-Jährigen dafür nun zu 99 Jahren Gefängnis.

Der heute 30-Jährige wird wegen des Mordes an seiner Mutter das Gefängnis vermutlich nicht mehr lebend verlassen

Der heute 30-Jährige wird wegen des Mordes an seiner Mutter das Gefängnis vermutlich nicht mehr lebend verlassen

Qaw'mane W. ist Einzelkind und wird von seiner Mutter verwöhnt. Der Schönheitssalon von Yolanda H. in Uptown, Chicago läuft gut. Der Sprössling ist Anfang 20, träumt von einer Rapkarriere. Aber für teure Klamotten, Bling-Bling-Schmuck und Protzkarre reicht es nicht. Also kauft Mama ihm Kleidung, Ketten und einen Mustang. Doch W. will mehr. 2012 beschließt er, dass seine Mutter sterben soll. Er beauftragt einen Bekannten, der zur Wohnung der Mutter fährt. H. liegt im Bett, als sie die tödlichen Kugeln treffen. Ihr Sohn räumt anschließend die Konten seiner Mutter leer und macht mit dem Geld in Youtube-Videos auf dicke Hose. Erst rund ein Jahr später kommt ihm die Polizei auf die Schliche und klagt ihn des Mordes an.

Das Verfahren gegen ihn hat sich über Jahre hingezogen und am Freitag nun sein Ende gefunden. 99 Jahre muss W. für den Mord an seiner Mutter ins Gefängnis, der Bekannte, der die Schüsse abgab, bekommt 100 Jahre. Zwei Jurys im Cook County, Illinois sprachen die beiden Männer bereits im März des Mordes schuldig. Am Freitag wurde nun das Strafmaß verkündet.

Chicago: Rapper ließ Mutter aus Habgier töten

Wie Lokalmedien berichten, tappte die Polizei nach dem Mord an Yolanda H. monatelang im Dunkeln. Ihr Sohn, damals 23 Jahre alt, gab nach der Tat noch Interviews darüber, wie schockiert er sei, dass jemand seine Mutter umgebracht habe, um diese auszurauben. Festgenommen wurde er erst 2013. Sein Komplize hatte sich bei Befragungen in Widersprüche verwickelt, gestand den Berichten zufolge letztlich, dass W. ihn beauftragt hatte, dessen Mutter zu töten.

Demnach fuhr der Schütze zum Haus der Toten, erschoss die Frau in ihrem Bett und telefonierte danach mit seinem Auftraggeber. Dieser habe ihn eindringlich darauf hingewiesen, "sicherzugehen, dass die Schlampe auch tot ist". Nach dem Telefonat sei er wieder in die Wohnung gegangen und habe noch mehrfach auf das wehrlose Opfer eingestochen. Zwischenzeitlich habe er sich noch einen Kampf mit dem Freund der Toten geliefert. Dieser habe den Mann später vor Gericht eindeutig identifiziert.

Collage: Junges, braunhaariges Mädchen; Zigarettenstummel

Rapper warf in Videos mit dem Geld seiner Mutter um sich

In den Monaten nach der Tat räumte W. laut Medienberichten mindestens 70.000 US-Dollar von den Konten seiner toten Mutter ab. Außerdem sollen zwei Lebensversicherungen zu seinen Gunsten abgeschlossen gewesen sein. Mit dem Geld habe er nach der Tat unter anderem in den von der Mutter geschenkten Ford Mustang Flügeltüren einbauen lassen. In einem Youtube-Video ist er zu sehen, wie er mit diesem umgebauten Auto zur Bank fährt und 20.000 US-Dollar in bar abhebt. Anschließend wirft er umringt von angeblichen Fans mit diesem Geld um sich. Der Clip wurde vor Gericht abgespielt.

Die Jury hatte sich im März lediglich zwei Stunden beraten, ehe man sich einig war, dass W. seine Mutter hatte töten lassen. Warum es nach der Festnahme 2013 sieben Jahre bis zum Urteil gedauert hatte, geht aus den Berichten nicht hervor. 

W. hatte nach der Urteilsverkündung am Freitag das letzte Wort im Gerichtssaal: "Ich will nur sagen, dass niemand meine Mutter mehr geliebt hat als ich. Sie war alles, was ich hatte. Das war's."

Quellen: Chicago Sun Times 1 / Chicago Sun Times 2 / BBC 

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