VG-Wort Pixel

China Vor 16 Jahren verschwand ein Lehrer. Nun fanden Polizisten seine Leiche unter dem Schul-Sportplatz

Laufbahn einer Schule
China: Vor 16 Jahren verschwand ein Lehrer. Nun fanden Polizisten seine Leiche unter dem Schul-Sportplatz (Symbolbild)
© mheim3011 / Getty Images
Der Lehrer Deng Shiping sollte den Bau einer neuen Sportanlage überwachen. Er übte Kritik an dem Bauunternehmen - das kostete ihn offenbar das Leben.

Mehr als ein Jahrzehnt bangten Angehörige um Deng Shiping, nun herrscht offenbar traurige Gewissheit: Der Lehrer, der vor 16 Jahren in der chinesischen Stadt Huaihua verschwand, ist lokalen Medienberichten zufolge tot. Seine sterblichen Überreste seien auf dem Schulhof der Xinhuang Middle School gefunden worden, an der er einst gearbeitet hatte. Was war geschehen?

Als die Schule vor 16 Jahren eine neue Sportanlage bekam, war Shiping mit der Beaufsichtigung der Baumaßnahmen beauftragt worden. Doch es kam zu Unregelmäßigkeiten, die Kosten für den Sportplatz stiegen deutlich. Der Lehrer weigerte sich, die neue Anlage abzunehmen und reichte einen Bericht bei der örtlichen Bildungsbehörde ein. Er war der Meinung, der Sportplatz sei schlecht gebaut worden. Dann verschwand der Lehrer spurlos.

Leiche unter Laufbahn vergraben

Wie die "BBC" berichtet, hat nun ein Mann, der einst an den Bauarbeiten beteiligt war, gestanden, Shiping getötet zu haben. Den Leichnam habe er anschließend im Januar 2003 auf dem Schulhof vergraben. Sechs weitere Männer, die ebenfalls an dem Bau beteiligt gewesen sein sollen, sollen ebenfalls festgenommen worden sein.

Die sterblichen Überreste seien unterhalb der Laufbahn der Sportanlage gefunden worden. Videoaufnahmen der "Beijing News" zeigen zwei Bagger, die den Sportplatz aufgraben. Scheinwerfer leuchten die Grube aus. 

Auch im chinesischen sozialen Netzwerk "Weibo" wurden Aufnahmen der Grabungen veröffentlicht. Der Leichnam wurde nach Angaben der "South China Morning Post" am vergangenen Donnerstag entdeckt, nachdem der ehemalige Bauarbeiter den Mord gestanden hatte. Die sterblichen Überreste sollen nun weitergehend untersucht werden.

Die Familie des Getöteten sieht sich in ihrer Annahme bestätigt, dass Shiping einem gezieltem Verbrechen zum Opfer gefallen sein muss. "Wir hatten lange vermutet, dass sein Verschwinden damit zusammenhängt, dass er ein Whistleblower ist", erklärte sein Bruder gegenüber lokalen Medien.

Quelle:BBC / South China Morning Post

Dellen Millard steht vor Gericht.
ikr

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker