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Mord in Schwäbisch Hall Ehemann übergießt Frau mit Benzin und steckt sie mit Zigarette an – lebenslange Haft

Der Ehemann der Toten vor Gericht
Der Ehemann der Toten vor Gericht
© Tom Weller / DPA
Weil er seine Frau mit Benzin übergossen und angezündet hat, ist ein 48-Jähriger zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt worden.

Ein Ehemann passt auf einer Landstraße seine getrennt von ihm lebende Frau ab. Mit einem Hammer schlägt er die Scheibe an der Fahrertür ihres Wagens ein, leert einen Kanister mit Benzin ins Innere und wirft eine Zigarette hinein. Die Frau hat keine Chance. - So war der Tatablauf nach Überzeugung der Richter. Am Mittwoch hat das Landgericht im württembergischen Ellwangen den 48-jährigen Angeklagten wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat sei von einem absoluten Vernichtungswillen getragen gewesen, sagte Richter Gerhard Ilg. 

Die Staatsanwaltschaft hatte zudem die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld gefordert. Damit hätte der Mann kaum eine Chance auf vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren gehabt. Er sei knapp daran vorbei geschrammt, so der Richter. Die besondere Schwere der Tat sah der Staatsanwalt auch darin, dass die Frau einige Sekunden lang bewusst mitbekommen haben könnte, wie der Wagen explosionsartig in Flammen aufging, in dem sie dann verbrannte. Die Eheleute hatten drei knapp volljährige Söhne.

Das genaue Motiv für die Tat blieb bis zum Urteilsspruch ein Rätsel. Die Anklagebehörde nimmt an, dass der Deutsche an jenem Novembermorgen des vergangenen Jahres nach einem Plan vorgegangen war. Er habe aus Wut vor allem über die finanziellen Folgen der Scheidung den Tod der damals 45-jährigen Frau beschlossen, sagte der Staatsanwalt. 

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Frau schaffte kurzzeitig zu fliehen

Der Angeklagte schwieg vor Gericht bis zum Schluss. Den Tathergang rekonstruierten die Richter anhand der Zeugenaussagen und der Spurenlage. Die Frau habe es in ihrer Not zunächst geschafft, das Auto zu verlassen - sei aber von ihrem Mann unter schweren Schlägen auf den Fahrersitz zurückgedrängt worden. Im Innern hatten sich inzwischen starke Benzindämpfe gebildet.  

 Die Verteidigung hatte dafür plädiert, unter dem höchstmöglichen Strafmaß zu bleiben. Sein Mandant habe sich immer um die Familie gekümmert und diese finanziell abgesichert, so der Anwalt. Im Kollegenkreis sei er als "zurückhaltend und freundlich" beschrieben worden. Die Klageseite habe von dem Angestellten ein falsches Bild. Dieser sei nicht kaltblütig. Seine Frau habe im Scheidungsverfahren die Ehe so beschrieben, dass diese ihre Lebenspläne kaputtgemacht habe. Dies und der Verlust des von ihm finanzierten Eigenheims habe bei seinem Mandanten zu einer schweren Kränkung geführt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

fin DPA

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