Der Buckelwal liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle vor der Insel Poel – und wird sterben. Zuletzt war ein Rettungsversuch mit einem Katamaran erwogen worden, nach eingehender Prüfung wurde die Idee aber verworfen. Der Wal ist zu schwach für einen Transport. Seine stark angegriffene Haut würde den Gurten nicht standhalten und könnte einreißen.
Situation des Wals „einzigartige Tragödie“
Die Strandung Ende März war das vierte Mal, dass der Wal an der Ostseeküste feststeckte. Am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden. Seitdem wird er laut Ministerium rund um die Uhr beobachtet und regelmäßig von der Feuerwehr mit Wasser benetzt.
„Wir haben alles unternommen, um ihm seine Chance zu geben. Das ist eine einzigartige Tragödie. Die hat er sich aber so ausgesucht“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus.
Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im stern-Newsblog:
Sperrungen werden aufrechterhalten
Das sei eine enorme personelle Belastung für die Wasserschutzpolizei, die freiwillige Feuerwehr und die Mitarbeiter des Ministeriums. "Für die Leistung bin ich ungeheuer dankbar und würde mir wünschen, dass die Menschen, die sich hier einsetzen, durch Internetkommentare gewürdigt statt geschmäht würden", fügt Backhaus hinzu.
„Für die Leistung bin ich ungeheuer dankbar und würde mir wünschen, dass die Menschen, die sich hier einsetzen, durch Internetkommentare gewürdigt statt geschmäht würden“Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus
Mehrere Eilverfahren zur Walrettung abgelehnt
Alle seien von Privatpersonen gestellt und abgelehnt worden. Begründet worden sei dies mit der Unzulässigkeit des Antrags mangels Antragsbefugnis.
So geht es dem kranken Buckelwal
Keine Rettung mit Katamaran möglich
Zuletzt hatte auch ein neuer Rettungsversuch mit einem Katamaran im Raum gestanden. „Das schließen wir jetzt aus“, sagt Backhaus nun.
Backhaus will künftig Wal-Koordinierung in Küstenländern
Backhaus spricht von einer "Koordinierungsfunktion", die für solche Situationen sinnvoll sein könne. Der nächste Wal werde kommen, nicht zuletzt als Folge des Klimawandels. „Wir müssen uns mehr um diese wunderbaren Tiere kümmern“, so Backhaus.
Experte: Wal kann sich aus eigener Kraft nicht freischwimmen
Diese Hoffnung gebe es aber nicht. „Die Prognose gibt das nicht her für die nächsten vier Tage. Da ist eher ein leicht sinkender Wasserstand vorhergesagt“, so Baschek. „Darüber hinaus ist die Gesamtkonstitution und Kraft schlichtweg nicht da.“ Die Situation sei für alle unbefriedigend und es sei nicht schön, das Tier dort draußen so zu sehen. „Das ist für uns alle sehr bitter.“