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Grausame Ungerechtigkeit: Dorfrat lässt Mädchen vergewaltigen - als Strafe für ein Verbrechen ihres Bruders

In Pakistan ist ein erneuter Fall grausamer Dorfjustiz bekannt geworden: Ein Mann vergewaltigt ein zwölfjähriges Mädchen. Doch anstatt ihn zu bestrafen, ordnet der Dorfrat die Vergewaltigung der Schwester des Täters an.

In Pakistan wurde ein Mädchen als Strafe für ihren Bruder vergewaltigt - offenbar in diesem Zimmer

In Pakistan wurde ein Mädchen als Strafe für ihren Bruder vergewaltigt. Die Tat soll in diesem Zimmer stattgefunden haben.

In Pakistan sind 24 Männer festgenommen worden, weil sie offenbar die Vergewaltigung eines jungen Mädchens angeordnet haben. Es handele sich um Mitglieder eines Dorfrates aus der ostpakistanischen Stadt Multan, teilte die Polizei mit. "Der Dorfrat hat die Vergewaltigung des 16-jährigen Mädchen als Strafe für ihren Bruder befohlen, der eine Zwölfjährige vergewaltigt hat", zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen Polizeisprecher.

Seinen Angaben zufolge sei der Rat einberufen worden, nachdem ein Mann einen seiner Cousins beschuldigt hat, seine Schwester vergewaltigt zu haben. Der Übergriff soll am 16. Juli stattgefunden haben, während das Mädchen in den Feldern gearbeitet hat, berichtet der Sender Al Jazeera unter Berufung auf einen Polizeibericht.

"Meine Tochter hat in den Feldern Gras geschnitten, als sie gegen 14 Uhr gewaltsam vergewaltigt wurde", sagte die Mutter der Zwölfjährigen gegenüber der Polizei aus. 

Mädchen vor den Augen ihrer Familie vergewaltigt

Daraufhin hätten sich die Mitglieder beider Familien versammelt und eine Vergewaltigung der Schwester des Täters angeordnet, berichtete ein Polizeibeamter laut Al Jazeera.

"In der Nacht vom 18. Juli schlief ich mit meinen Kindern in unserem Haus, als gegen 2 Uhr drei Männer plötzlich meine Tochter abgeholt haben", zitiert ein zweiter Polizeibericht, der dem arabischen Sender vorliegt, die Mutter der 16-Jährigen, die für das Verbrechen ihres Bruders bestraft werden sollte. "Wir flehten die Täter an, meine Tochter zu verschonen. Aber sie drohten uns, dass sie uns töten, falls wir ihnen folgen würden."

Nach Informationen der pakistanischen Zeitung "Pakistans Dawn" soll die Vergewaltigung schließlich vor den Augen des versammelten Rates stattgefunden haben. Vor den Augen der eigenen Familie.

Mindestes drei Verdächtige noch auf der Flucht

Der Fall kam ans Licht, nachdem die Mütter der beiden Mädchen sich an die Polizei gewendet haben. In beiden Fällen wurde eine Vergewaltigung durch Mediziner nachgewiesen. 

20 Mitglieder des Rates konnten bereits Anfang der Woche verhaftet werden. Vier weitere wurden am Donnerstag festgenommen, unter ihnen auch der Vorsitzende des Rates. Mindestens drei weitere Verdächtige sind noch auf der Flucht.

Die Höchststrafe für Vergewaltigung ist in Pakistan der Tod.

Dorfräte - sogenannte Jirga oder Panchayat - setzten sich normalerweise aus örtlichen Ältesten zusammen. Vor allem in ländlichen Gebieten sind sie eine weit verbreitete Instanz, die Streitigkeiten schlichten soll. Solche Räte sind aber der Verfassung nach illegal. Sie agieren oft in Selbstjustiz und teilen besonders gegen Mädchen und Frauen sehr brutale Strafen aus. 

Zuletzt hatte jüngst ein Dorfrat ein neunjähriges Mädchen strafverheiratet, weil seine Verwandten eine Frau entführt hatten. Im Mai 2016 hatte ein Dorfrat ein Mädchen verbrannt, weil es einem anderen Mädchen geholfen hatte, mit ihrem Liebhaber zu fliehen.

In Zahlen: Die traurige Realität von sexueller Gewalt in Deutschland
ivi
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?