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Tödlicher Zugspitzlauf: Veranstalter weist jede Schuld von sich

Für zwei Läufer des Zugspitzlaufs im Juli 2008 kam letztlich jede Hilfe zu spät. Sie hielten einem plötzlichen Kälteeinbruch nicht stand und starben. Hätte der Veranstalter die Sportler überhaupt starten lassen dürfen? Der 54-Jährige weist zu Beginn des Prozesses gegen ihn jede Schuld von sich.

Schaut Peter Krinninger von der Anklagebank hoch, hat er durchs Fenster einen freien Blick auf die Zugspitze. Frei liegt Deutschlands höchster Gipfel an diesem Montag dar, die vereinzelten Wolken können die Sicht nicht trüben. Am 13. Juli vergangenen Jahres war das Wetter schlechter - aber noch immer so gut, dass Krinninger keine Sorge verspürte. So schickte er damals 716 Läufer zum Zugspitzlauf Richtung Gipfel. Dass zwei unterwegs starben - erschöpft und unterkühlt - will der 54-Jährige bis heute nicht auf seine Kappe nehmen: Er habe alles Menschen mögliche zur Sicherheit unternommen, am Ende gebe es aber im Gebirge Eigenverantwortung.

Krinninger hätte dem Prozess vor dem Amtsgericht seiner Geburtsstadt Garmisch-Partenkirchen leicht aus dem Weg gehen können. Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn einen Strafbefehl beantragt. Der lautete zwar auf zweifache fahrlässige Tötung und neunfache fahrlässige Körperverletzung. Er war mit 13.500 Euro aber so milde wie nur irgendwie vorstellbar formuliert, nicht einmal vorbestraft gewesen wäre der Geschäftsführer der Veranstaltungsfirma Getgoing.

Grenzen der Verantwortung

Aber dem in den Bergen aufgewachsenen 54-Jährigen geht es nicht darum, das Drama aus dem Vorjahr möglichst rasch unter den Tisch zu kehren. Er will seine Unschuld beweisen und auch Grenzen für die Verantwortung von Veranstaltern solcher extremen Sportveranstaltungen ziehen. Für den Tod des 45 Jahre alten Mannes aus Baden-Württemberg und des 41-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen drückt er sein tiefes Bedauern aus. Sein Gewissen belasten will Krinninger damit aber nicht.

Richter Paul Pfluger versucht zum Auftakt des auf fünf Verhandlungstage angesetzten Prozesses, Krinningers Verantwortungssinn zu hinterfragen. Doch der Veranstalter, der unter anderem schon beim Welktskiverband FIS und bei Leistungsexpeditionen des Alpenvereins als Experte gearbeitet hat, weiß auf jede Richterfrage eine Antwort. Den Vorwurf, er habe das Wetter unterschätzt, weist er zurück: Der einsetzende Schnee sei angesagt gewesen, die Läufer hätten dies auch gewusst. Anders als die Anklage behauptet, habe er im Verlauf des Rennens das Ziel nicht wegen des Wetters weiter nach unten verlegt, sondern weil die Helfer der Bergwacht überfordert gewesen seien.

Verletzte erstatteten keine Anzeige

Krinninger ließ die Teilnehmer auch nicht einfach loslaufen - sie mussten ihm unterschreiben, dass sie seine Sicherheitsinformationen gelesen haben. In diesen habe er nachweislich darauf hingewiesen, dass es kalt werden und schneien kann. In Stichproben seien vor dem Start auch Läufer in kurzen Sachen angesprochen und gewarnt worden. Alle hätten aber nur gesagt, dass sie erfahren genug seien und wüssten, was sie tun. Außerdem habe er 50 Mitarbeiter der Bergwacht als Helfer an der Strecke platziert - bei anderen Bergläufen seien bis zum Drama im vergangenen Jahr immer höchstens vier Helfer vor Ort gewesen.

Die Argumentation des Veranstalters, wirklich alles Denkbare für die Sicherheit getan zu haben, scheinen auch viele Teilnehmer des Laufs zu teilen. So haben von den Verletzten fast alle auf die Möglichkeit verzichtet, Krinninger anzuzeigen. Dessen Anwalt wertet dies als klares Zeichen seiner Unschuld. Die Bergwacht macht ihm ebenfalls keinen Vorwurf - beim Lauf in diesem Jahr schickte sie wieder Helfer an die Strecke.

Auch Staatsanwältin Kristina von Ehrenstein sieht in Krinninger trotz der Anklage nicht den allein Schuldigen. Es gebe eine "erhebliche Mitverantwortung" der Läufer, sagt sie am Rande des Prozesses. Aber noch will sie nicht soweit gehen, dass Krinninger vielleicht doch von jeder Verantwortung frei ist. Die Beweisaufnahme müsse klären, ob er nicht doch hätte den Lauf früher abbrechen müssen. Krinninger kündigte bereits an, dass er nur einen Freispruch akzeptiert - zur Not will er bis zur letzten Instanz für seine Überzeugung kämpfen, dass am Ende bei dieser Grenzerfahrung jeder für sich alleine verantwortlich ist.

Von Ralf Isermann/AFP / AFP
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?