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Neue Spur Seit 1999 vermisste Hilal Ercan aus Hamburg – Polizei rodet Grundstück im Volkspark

Hilal Ercan lächelt auf diesem Foto
Hilal Ercan aus dem Hamburger Stadtteil Lurup wird seit dem 21. Januar 1999 vermisst 
© Polizei / DPA
Hilal Ercan verschwand im Januar 1999. Seither wird das damals zehnjährige Mädchen aus Hamburg vermisst. Private Ermittler haben nun offenbar eine Spur gefunden, der die Polizei nachgeht.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei RTL.de.

Es könnte die Spur sein, die nicht nur wieder Bewegung in den Fall der seit 1999 vermissten Hilal Ercan aus Hamburg-Lurup bringt, sondern der Familie des damals zehnjährigen Mädchens endlich Gewissheit verschafft. Auf einem Geländestück im Hamburger Volkspark hat ein Spürhund bei einer privaten Suche angeschlagen – ein Zeichen dafür, dass er menschliche Knochen gefunden hat. Am Donnerstag (29.9.) rodete die Polizei jetzt das betreffende Grundstück.

Seit Hilals Verschwinden vor 23 Jahren hat die Polizei Hamburg den Volkspark bereits mehrfach durchsucht. Es kamen Mini-Bagger und Leichenspürhunde zum Einsatz, doch ohne Erfolg: Die Beamten konnten nie etwa Hilal oder Spuren auf ihren Verbleib finden.

Familie von Hilal Ercan heuerte private Ermittler an

Dass Hamburgs größter öffentlicher Park jetzt doch wieder in den Blick der Ermittlungen geraten ist, ist der Familie des Mädchens zu verdanken. Diese hat die Suche nach ihrer Hilal nie aufgegeben und selbst die Initiative ergriffen: Wie eine NDR-Doku zeigt, heuerte sie ein privates Ermittlungsteam an, um den Fall neu untersuchen zu lassen. Daraufhin wurden mit einem Spürhund bestimmte Gebiete der Grünanlage, mögliche Ablageplätze, an die ein Mörder das kleine Mädchen gebracht haben könnte, untersucht. Bei einem Kleingartengrundstück schlug der Hund dann an – einem Gelände, das laut NDR von einem Tatverdächtigen genutzt worden sein soll.

Der einzige Tatverdächtige in dem Fall, Dirk A., ist ein polizeibekannter Sexualstraftäter. Er behauptete mehrfach, die kleine Hilal Hilal getötet und im Volkspark vergraben zu haben, zog seine Geständnisse jedoch immer wieder zurück. Er konnte aus Mangel an Beweisen nie überführt werden.

Auf einem Instagram-Account, den Familie und Freunde von Hilal erstellt haben, berichten sie von den neuen Spuren im Volkspark – bitten jedoch auch inständig, nun die Polizei die Suche wiederaufnehmen zu lassen. Die Familie habe alle Informationen an die Beamten übergeben. Diese begannen am Donnerstagmorgen mit ersten Rodungsarbeiten auf dem Grundstück, um dieses für eventuell anschließende Untersuchungen vorzubereiten, wie ein Polizeisprecher im Gespräch mit RTL bestätigte. Als Anlass für diese Arbeiten nannte er die neuen Informationen, die aus der kürzlich publizierten NDR-Doku hervorgehen.

Laut der Hamburger Oberstaatsanwältin Liddy Oechtering wird die Rodung des Grundstücks voraussichtlich am Freitag noch fortgesetzt. Erst dann könne geprüft werden, welche weiteren Maßnahmen Polizei und Staatsanwaltschaft noch ergreifen. Zum jetzigen Zeitpunkt fänden noch keine Grabungen oder Entnahmen von Bodenproben statt, erklärte sie im Interview mit RTL. Die Suche nach Hilal geht also weiter. 

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