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Studie: Jeder dritte Schüler wird gemobbt

Mobbing unter Schülern ist in Deutschland an der Tagesordnung. Einer Studie zufolge ist beinahe jeder dritte Schüler schon einmal von Mitschülern schikaniert worden, fast jeder zehnte beklagte körperliche Gewalt. Experten sehen vor allem Lehrer in der Pflicht.

An weiterführenden Schulen in Deutschland ist fast jeder dritte Schüler schon einmal von Klassenkameraden schikaniert worden. Opfer von körperlicher Gewalt im Schulumfeld wurde beinahe jeder Zehnte. Das ist das Ergebnis einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg. Besonders die Lehrer müssten entschiedener vorgehen, um Mobbing zu vermeiden, fordern die Experten. "Man hört immer noch 'Bei uns an der Schule gibt es das nicht'", sagte Uni-Pädagogin Silke Rupprecht.

In der Studie der Universität gaben rund 37 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu, selbst Mobbing-Täter zu sein. 15 Prozent sagten, sie hätten körperliche Gewalt gegen Mitschüler eingesetzt. Gewalttätig werden besonders häufig Jungen: Jeder fünfte gab an, schon einmal handgreiflich geworden zu sein. Bei den Mädchen sind es hingegen nur 6,5 Prozent.

Im Auftrag der DAK hatte die Hochschule 1859 Schüler verschiedener Schulformen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu ihren Erfahrungen in den vergangenen drei Monaten befragt. "Unser zentrales Ergebnis war, dass die Auswirkungen von Mobbing genau so schlimm sind wie die von Gewalt", sagte Rupprecht.

Bedrängte Schüler haben der Studie zufolge häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 14 Prozent der Mobbing-Opfer leiden unter regelmäßig auftretenden Beschwerden wie Kopf-, Rücken-, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. "Die können sich zu einer richtigen Erkrankung auswachsen", sagte die Expertin. Außerdem schätzten Gemobbte ihre eigene Leistungsfähigkeit oft schlechter ein, seien häufiger unzufrieden mit ihrem Aussehen und unternähmen seltener etwas mit Freunden. Zur Bewältigung griffen sie häufig zu Zigaretten oder Alkohol, sagte Rupprecht.

Nicht immer lässt sich beim Mobbing eine klare Grenze zwischen Gut und Böse ziehen. "Es ist ganz interessant zu wissen, dass die Täter häufig auch Opfer sind", erklärte die Pädagogin. In der Befragung hätten sie häufiger bemängelt, dass Lehrer bestimmte Schüler bevorzugten und sich weniger zufrieden mit den eigenen Schulleistungen gezeigt.

Um Mobbing zu verhindern, sollten Schulen Klassenregeln und Konsequenzen für Verstöße festlegen, riet Rupprecht. Dabei sollten die Schüler einbezogen und zu ihren Erfahrungen befragt werden. "Es muss eine klare Ansage geben, dass so etwas nicht geht, Übergriffe müssen geahndet werden", sagte die Wissenschaftlerin. "Jedes Kind hat ein Recht, sicher zur Schule zu gehen."

DPA / DPA
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