Brandopfer

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Nach schwerem Autounfall: Spektakuläre Transplantation: Mann bekommt Gesicht und Hände eines Toten

Nach schwerem Autounfall Spektakuläre Transplantation: Mann bekommt Gesicht und Hände eines Toten

Sehen Sie im Video: Spektakuläre Transplantation – Mann bekommt Gesicht und Hände eines Toten.




„Es ist eine zweite Lebenschance. Da gibt es keine Ausrede nicht motiviert zu sein oder keine Therapie wahrzunehmen.“ Das sagt der 22-jährige Joe DiMeo – ein halbes Jahr nachdem sowohl sein Gesicht als auch beide Hände in nur einer OP transplantiert wurden. Ein medizinisches Wunder, denn zuvor hatte es nur zwei Versuche gegeben – beide ohne Erfolg. 
Der US-Amerikaner geriet 2018 in einen schweren Autounfall, nachdem er nach einer Nachtschicht am Steuer eingeschlafen war. Er überlebte nur knapp. Kurz bevor sein Auto explodierte, wurde er aus dem brennenden Wagen gezogen. Seitdem sind mehr als 80 Prozent seines Körpers verbrannt.  
Teile seiner Finger mussten amputiert werden und auch seine Sehfähigkeit ist seitdem beeinträchtigt. Ein selbstständiges Leben ist für ihn kaum mehr möglich. Zu Hause pflegen ihn seine Eltern. 
Schließlich wird das New Yorker Universitätskrankenhaus auf ihn aufmerksam. Der Leiter des dortigen Gesichtstransplantationsprogramms Eduardo Rodriguez sieht in DiMeo den idealen Patienten für eine Transplantation, weil er jung, fit und vor allem hochmotiviert sei. 
“Ich denke, dass diese Operation Joe mehr Unabhängigkeit und Freiheit bringen wird.“  
Jedoch ist sein Immunsystem durch die vielen Bluttransfusionen und Operationen höchst sensibel. Dadurch gestalte sich die Suche nach einem geeigneten Spender wie die nach der Nadel im Heuhaufen, so der Arzt. Die Chance liegt nur bei nur sechs Prozent. Dennoch kann ein Spender nach nur zehn Monaten gefunden werden. 
Am 10. August 2020 steht DiMeos Leben ein zweites Mal auf dem Spiel. In einer 23-stündigen Operation gelingt es dem 80-köpfigen Team das Gesicht und beide Hände des Spenders auf DiMeos Körper zu transplantieren. Es ist ein großer Erfolg sowohl für das Chirurgenteam als auch für Joe DiMeo. Er muss nun täglich trainieren und viele Dinge neu lernen. 
„Der ganze Prozess geht viel schneller als gedacht und ich habe einen starken Willen noch mehr zu schaffen.“ Joe DiMeo 
Inzwischen hat DiMeo seine Feinmotorik sogar so weit zurückerlangt, dass er wieder Billiard spielen kann. Damit sein Körper die Transplantate nicht abstößt, muss er bis zu seinem Lebensende Medikamente einnehmen. 

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Ungewöhnliche Therapie Diese Frau bekommt eine Fischhaut - aus gutem Grund

Nein, das ist kein Tattoo. Sondern ein innovatives Heilverfahren für Brandopfer. Maria Ines Candido da Silva erleidet bei einem Arbeitsunfall Verbrennungen zweiten Grades an Arm, Hals und Gesicht. In dem Restaurant, wo die 36-Jährige arbeitet, explodiert die Gasflasche eines Herdes. Die Ärzte im brasilianischen Russas entscheiden sich daraufhin für eine alternative Therapie: Sie legen Fischhaut auf die verletzten Stellen. Die Haut des Tilapias gilt als besonders feucht und colagenhaltig. Außerdem versorgt sie Brandopfer mit wichtigen Proteinen. So die Theorie. Und: Es funktioniert. Nach elf Tagen wird die Haut wieder entfernt. Da Silva erleidet währenddessen keinerlei Infektionen. Auch Schmerzen habe sie laut der Ärzte kaum gehabt. Gerochen hat das Ganze übrigens nicht: In einem speziellen Verfahren wird die Fischhaut so präpariert, dass der typische Gestank gar nicht erst entstehen kann.