Urteilsverkündung Zehn Jahre Haft für Enthauptung

Der 25-jährige Kosovo-Albaner war nach der Tötung seiner Schwägerin mit dem abgetrennten Kopf in der Hand durch die Kleinstadt Übach-Palenberg gelaufen. Nun verurteilte das Landgericht Aachen den Täter wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft.

Wegen Tötung und Enthauptung seiner Schwägerin ist ein 25-jähriger Kosovo-Albaner am Dienstag zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Gerd Nohl befand den Mann für schuldig, am 6. Mai dieses Jahres im niederrheinischen Übach-Palenberg seine ein Jahr ältere Schwägerin nach einem Streit mit 35 Messerstichen getötet und ihr danach mit einem Küchenmesser den Kopf abgetrennt zu haben.

"Paranoide Persönlichkeitsstörung"

Der Mann war nach der Tat mit dem abgetrennten Kopf in der Hand durch den Ort gelaufen, bevor er festgenommen wurde. Das Gericht wertete die grausige Bluttat als Totschlag und ging von einer paranoiden Persönlichkeitsstörung des Täters aus. Daher sei eine verminderte Schuldfähigkeit des ehemaligen UCK-Kämpfers zur Tatzeit nicht auszuschließen, erklärte Nohl. Außerdem seien sein soziokultureller Hintergrund und seine Erfahrungen als Kämpfer im Kosovo-Krieg strafmildernd zu berücksichtigen.

Wie in einem "mittelalterlich anmutenden Triumphzug" sei der 25-Jährige im Frühjahr mit dem abgetrennten Kopf in der Hand "und mit blutverschmierten Händen" über den Marktplatz der kleinen Stadt gelaufen. "Eine Szene, die an mittelalterliche Enthauptungen erinnerte", meinte Richter Nohl.

Tat "nahe am Mord"

Strafverschärfend wertete das Gericht, dass der Angeklagte bei der Tat äußerst brutal vorgegangen sei, wie Gerichtssprecher Holger Brantin berichtete. Der Täter habe die Frau vor den Augen von deren 16 Monate alter Tochter niedergestochen. Und noch heute sei er stolz auf seine Tat. Diese liege deshalb "nahe am Mord". Nach Überzeugung der Schwurgerichtskammer hat der Täter mit der Enthauptung außerdem seine eigene und die Familie der Schwägerin im Kosovo in Gefahr gebracht. Dort drohe jetzt eine Blutfehde, sagte Nohl.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 25-Jährigen eine Haftstrafe von elf Jahren gefordert, die Verteidigung für eine Freiheitsstrafe nicht über sieben Jahren plädiert.

Der Mann hatte einen Tag nach der Tat gegenüber der Polizei die Tötung seiner Schwägerin gestanden. Die Frau habe ihn zuvor auf unterschiedliche Art provoziert, hatte der Kosovo-Albaner damals erklärt.

Mehr zum Thema

Newsticker