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Video "Ich hoffe, dass er es mitbekommt" - Frau von Friedensnobelpreisträger Bialiatski telegrafierte ihm ins Gefängnis

STORY: Natallia Pinchuk ist die Ehefrau des inhaftiereten belarusischen Menschenrechtlers Ales Bialiatski. Dem war am Freitag der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Überraschend, wie dessen Frau berichtet. "Nun, meine Reaktion kann nur lauten: Das ist eine erfreuliche Nachricht und sehr unerwartet. Es gab absolut keine Anzeichen dafür, dass dies geschehen könnte. Ich kann nicht wissen ob mein Mann es mitbekommen hat, denn er sitzt in Isolationshaft. Von seinen Verwandten dürfen nur zwei hinein, die für die Behörden arbeiten. Aber ich habe ihm heute ein Telegramm geschickt, ich glaube, ich war nicht die Einzige. Vielleicht geben sie ihm diese Telegramme und er bekommt die Informationen und findet es heraus. Ich hoffe es." Der heute 60-jährige Bialiatski wurde schließlich im Juli letzten Jahres festgenommen. Die belarussische Opposition ist überzeugt, dass die Vorwürfe gegen ihn - etwa Steuerhinterziehung - ein Vorwand waren, um einen Kritiker des Machthabers Lukaschenko verschwinden zu lassen. Der Friedensnobelpreis geht auch an die russische Menschenrechtsorganisation Memorial - verkündet wurde die Information ausgerechnet am 70. Geburtstag des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin. Verliehen wird die Auszeichnung Anfang Dezember. Christina Riek ist Vorstandsmitglied bei Memorial Deutschland. Sie kennt das Risiko, dem sich ihre Kolleginnen und Kollegen in Russland jeden Tag aussetzen. "Jeden Tag ist es eine Gefahr für sie, auf die Straße zu gehen. Jeden Tag ist es eine Gefahr, ihrer Arbeit nachzugehen, weil sie eben festgenommen werden können, wenn sie gegen den Krieg demonstrieren, weil sie einer Organisation angehören, die teilweise aufgelöst wurde oder die eben zumindest sehr stark Repressionen erfährt." Ausgezeichnet wurde auch die ukrainische Organisation Center for Civil Liberties. Oleksandra Matviychuk ist Menschenrechtsanwältin und Leiterin des "Center" in der Ukraine. Am Montag erst hatte sie die Welt erneut vor dem russischen Präsidenten gewarnt: "Wenn wir Putin in der Ukraine nicht aufhalten, wird er noch weiter gehen. Deshalb müssen wir ihn stoppen", so die Anwältin. Und um das zu erreichen, brauche ihr Land "Waffen in einem effizienten Ausmaß."
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Er war im Juli vergangenen Jahres in seiner Heimat festgenommen worden. Die belarussische Opposition ist überzeugt, dass die Vorwürfe gegen ihn - etwa Steuerhinterziehung - ein Vorwand waren, um ihn als Kritiker von Machthaber Lukaschenko hinter Gittern verschwinden zu lassen.

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