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Video "Viel Erfolg, Barbados"!

Es passiert nicht alle Tage, dass ein Staat seine Form, die Staatsform, ändert. Das ist nun de facto in der Karibik geschehen. Denn die Insel Barbados hat ihr Staatsoberhaupt ausgewechselt. Dieses ist fortan nicht mehr die Queen im fernen London, sondern eine Staatspräsidentin. Bei der nun vereidigten Juristin handelt es sich um Sandra Mason, die bisherige Gouverneurin von Barbados, also Repräsentantin der Königin. Die auf der Insel entthronte Monarchin ließ es sich nicht nehmen, einen Vertreter des Königshauses zu schicken. Thronfolger Prinz Charles sprach bei der Vereidigungszeremonie in der Hauptstadt Bridgetown: "Ich bin zutiefst berührt, dass Sie mich eingeladen haben, um im Namen der Königin an diesem für Ihre Nation so wichtigen Moment teilzuhaben." Vor 400 Jahren hatten die ersten britischen Siedler die Insel betreten und sich in der Folge am Zuckerrohranbau und damit an der Versklavung von Menschen bereichert. Bereits vor genau 55 Jahren hatte Barbados seine Unabhängigkeit von Großbritannien erklärt. Doch blieb man London insofern treu, als dass die Queen Staatsoberhaupt blieb. Diese Verbindung ist nun gekappt. Barbados trennt sich damit von einem Überbleibsel des Kolonialismus. Die Menschen sind nun keine Untertanen der Krone mehr, sondern Bürgerinnen und Bürger einer Republik. "Viel Erfolg, Barbados. Möge Deine Reise lang, fruchtbar und strahlend sein. Mögen Deine Söhne und Töchter wachsen und gedeihen", so die Wünsche der neuen Staatspräsidentin. Und was sagen die Söhne und Töchter dazu? Stimmen aus Bridgetown vom Wochenende. "Der Job der Regierungschefin Mia Mottley ist es doch, uns voran zu bringen ins 21. Jahrhundert, uns aus dem festen Griff der Versklavung zu befreien." "Ich glaube nicht, dass Barbados bereit ist dafür. Wir sind doch längst unabhängig, haben aber so unsere Schwierigkeiten. Wir mögen nun mehr Einfluss in der Karibik haben, aber wir sind nicht bereit, auf uns allein gestellt zu sein." Der Wandel auf Barbados dürfte keinen Einfluss auf den Handel oder die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes haben. Die ist derzeit alles andere als vielversprechend. Denn der Tourismus ist eine wichtig Einnahmequelle und lag während der Coronaviruspandemie quasi brach. Auch die neu geborene Republik Barbados wird sich mit den Folgen auseinandersetzen müssen.
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So der Wunsch der frischgebackenen Staatspräsidentin Sandra Mason. Die Insel ist nun eine Republik, Queen Elizabeth als Staatsoberhaupt abgesetzt.

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