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Video Von der Angst, fündig zu werden

Mit ihren privaten Geländewagen durchkämmen sie seit Tagen die am schwersten getroffenen Gebiete rund um den in Indonesien ausgebrochenen Vulkan Semeru: Freiwillige, die anfangs noch nach Überlebenden gesucht haben. Sattes Grün und ein Dutzend Dörfer auf der Insel Java hatte der Feuerberg mit wiederholten Ausbrüchen in eine apokalyptische Landschaft verwandelt. Nur mit Allrad kommt man hier noch voran. An den Koordinaten ehemaliger Siedlungen angekommen, hilft dann nur noch die Schaufel: Mit schwerem Gerät und in Handarbeit sind die Helfer vier Tage nach dem ersten Ausbruch nun vor allem auf der Suche nach sterblichen Überresten. Auch der 36-jährige Dodik Suryadiawan hat sich freiwillig gemeldet. Gemeinsam mit Militär, Polizei und Katastrophenschutz durchsucht er die stellenweise meterdicke Asche. "Die Arbeit macht mich sehr traurig. Erst neulich konnte es einfach nicht ertragen, den verbrannten Körper einer Mutter zu sehen, die ihr Kind immer noch umarmte. Das war schrecklich. Gestern fanden wir eine Mutter, die zwei Kinder an sich drückte. Ich kann mir nicht vorstellen, was sie durchgemacht haben müssen, als die heiße Luft sie überraschte." Sogenannte pyroklastische Ströme bestehen aus heißen Gasen und Aschepartikeln. Sie können sich sehr schnell hangabwärts bewegen. In ihrem Inneren können Temperaturen von mehreren Hundert Grad herrschen. Viele Familien hoffen, dass wir ihre Angehörige finden können, und seien es nur Überreste. Vor ein paar Jahren gab es eine Überschwemmung in Rawa Kangkung. Ich war damals der Vorsitzende de "Jimny Community", so heißt unser Geländewagen. Damals konnten wir der Gemeinschaft mit unserem Hobby helfen. Wenn es einen Notfall gibt, sind wir bereit zu helfen." Tausende Behausungen sind bereits jetzt zerstört. Und noch gibt der Semeru keine Ruhe.
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Der 36-jährige Dodik Suryadiawan hat sich freiwillig gemeldet für die Suche nach Opfern des Vulkanausbruches in Indonesien.

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