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Video Wirtschaftsweise dampfen Prognose ein

STORY: Die Wirtschaftsweisen haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland angesichts der russischen Invasion in der Ukraine drastisch gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr nur noch wenig zulegen, erklärten die Experten. Achim Truger, Wirtschaftswissenschaftler von der Universität Duisburg-Essen: "Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtert. Durch den Krieg werden die wegen der Corona-Pandemie bereits angespannten Lieferketten zusätzlich beeinträchtigt. Das Stichwort sind die Kabelbäume, die für die Automobilproduktion wichtig sind, aus der Ukraine kommen. Gleichzeitig belasten die nochmals kräftig gestiegenen Preise für Erdgas und Erdöl die Unternehmen und den privaten Konsum. Hinzu kommt noch, dass auch die Lieferketten-Problematik und weitere Corona-Wellen, die vierte Welle und die Omikron-Welle schwerwiegender waren, als wir im November 2021 wie andere auch erwartet haben. Und deshalb revidierte Sachverständigenrat seine Prognose drastisch nach unten. Für 2022 erwarten wir nun nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 Prozent und für 2023 ein Wachstum von 3,6 Prozent.“ Das vor Ausbruch der Corona-Krise erreichte Niveau soll nun im Sommer wieder erreicht werden. Besonders die teurer gewordene Energie dürften die Verbraucher immer stärker zu spüren bekommen. Daher rechnet der Sachverständigenrat mit einer Inflationsrate von 6,1 Prozent in diesem Jahr. Diese soll 2023 auf 3,4 Prozent zurückgehen, aber weit entfernt vom Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent bleiben. Die vorliegende Prognose ist dem Gremium zufolge mit sehr großer Unsicherheit behaftet. Insbesondere eine weitere Verschärfung des Krieges in der Ukraine sowie eine Ausweitung von Sanktionen könnten die deutsche und europäische Wirtschaft deutlich stärker belasten. Da Deutschland stark von russischer Energie abhängig sei, berge ein Stopp dieser Lieferungen das Risiko, dass die deutsche Volkswirtschaft in eine tiefere Rezession abrutscht und die Inflation noch stärker zunimmt, warnten die Wirtschaftsweisen.
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Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr nur noch wenig zulegen, erklärten die Experten.

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