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"Das wird Ihnen eine Lehre sein" : Notruf-Frau macht Anruferin runter – wenig später ertrinkt die Dame in ihrem Auto

Im US-Bundesstaat Arkansas ist vergangene Woche eine Frau in ihrem Auto ertrunken. Zuvor rief sie bei der Polizei an, doch die Notruf-Dame reagierte genervt und unfreundlich. Die Behörden veröffentlichten das Gespräch.

Fort Smith in Arkansas wird öfter von Sturzfluten heimgesucht. Dieses Bild von dort stammt aus dem Juni.

Fort Smith in Arkansas wird öfter von Sturzfluten heimgesucht. Dieses Bild von dort stammt aus dem Juni.

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Dass es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handelte, machte die 47-jährige US-Amerikanerin Debra Stevens bei ihrem Anruf in der Notruf-Zentrale in Fort Smith, Arkansas gleich zu Beginn klar: "Ich habe einen Notfall, einen ernsten Notfall. Ich komme hier nicht raus und ich habe Todesangst. Können Sie mir bitte helfen, Ma'am?" Stevens war am vergangenen Wochenende gerade auf ihrer frühmorgendlichen Route, die Dame trägt Zeitungen aus, als sie mit ihren Wagen in eine Sturzflut geriet. Sie könne nicht schwimmen und daher den Wagen nicht verlassen. Das Wasser laufe in ihr Auto und steige schnell, sie habe Todesangst und brauche dringend Hilfe. Eine gute Stunde später wurde ihre Leiche aus dem Auto geborgen. Die örtliche Polizei hat die Aufnahme des Anrufes veröffentlicht – und sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, wie unter anderem CNN und ABC News berichten. 

Die Frau, die den Anruf in der Notruf-Zentrale entgegen nahm, wirkt während des mehr als 20-minütigen Gespräches nämlich seltsam genervt und unfreundlich, scheint den Ernst der Lage nicht zu erkennen und wirft Stevens an einer Stelle gar an den Kopf: "Das wird Ihnen eine Lehre sein, beim nächsten Mal nicht im Wasser zu fahren." Stevens verteidigt sich daraufhin, sie habe das Wasser nicht gesehen, woraufhin die Notruf-Frau sagt: "Das kann ich mir nicht vorstellen. Sie müssen doch da durchgefahren sein. Das Wasser taucht nicht einfach auf." An anderer Stelle sagt die Polizei-Mitarbeiterin: "Ich weiß nicht, warum Sie so durchdrehen. Das bringt Ihnen gar nichts, außer dass sie Sauerstoff verbrauchen."

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"Jetzt klingt es, als sei sie unter Wasser"

Stevens wird mit der Zeit immer panischer, schreit und weint um ihr Leben, währenddessen sagt die Notruf-Frau zu den Einsatzkräften, die sie versucht zu Stevens zu lotsen. "Ich habe sie am Telefon, sie ist völlig am durchdrehen", hört man die Dame sagen. Kurz darauf spricht sie mit einer Kollegin über ein Feuer, lacht einmal sogar kurz auf. 

Wenig später schreit die Zeitungsausträgerin, dass sich ihr Fahrzeug in Bewegung gesetzt habe und sie weggetrieben werde. Immer wieder brüllt sie, dass sie nun sterben werde. Dann endet die veröffentlichte Übertragung. Laut CNN ist Stevens danach nicht mehr zu hören. Die Polizei-Mitarbeiterin sage am Ende lediglich. "Oh mein Gott, jetzt klingt es, als sei sie unter Wasser." Dann ende der Anruf.

Der örtliche Polizeichef hat sich gegenüber CNN erschrocken über das Verhalten seiner Mitarbeiterin gezeigt. So solle niemand behandelt werden, egal ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handle oder nicht. Die Notruf-Dame hätte zwei Wochen vorher gekündigt und es habe sich um ihre letzte Schicht gehandelt. Der Polizeichef unterstreicht jedoch, dass sich seine ehemalige Mitarbeiterin keiner Straftat schuldig gemacht und wohl auch keine Richtlinien verletzt habe. Schließlich habe sie Kollegen losgeschickt. Dennoch hätte auch er sich gewünscht, dass Stevens in den letzten Momenten ihres Lebens anders behandelt worden wäre.

Quellen: CNN / ABC News

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