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Kleiner Lebensretter: Als seine Oma bewusstlos zusammenbrach, wusste ein Vierjähriger, was zu tun war

Mit seinen Eltern hatte der kleine Tobias bereits geübt, wie man sich in einem Notfall richtig verhält. Im Oktober kollabierte plötzlich seine Oma – und der Junge handelte vorbildlich. Damit schenkte er seiner Familie Zeit zum Abschiednehmen.

Der kleine Tobias zeigt strahlend sein Buch

Tobias, mittlerweile fünf Jahre alt, und sein Feuerwehr-Buch: Der Junge wurde für sein Handeln mit einer Lebensretter-Medaille ausgezeichnet

Eigentlich sollte seine Oma ihn wie jeden Morgen in den Kindergarten bringen. Doch am 24. Oktober 2016 war alles anders.
Die 67-Jährige fiel plötzlich zu Hause in Saulgrub bei Garmisch-Partenkirchen um, blieb regungslos liegen. Ein Notfall, doch der damals vier Jahre alte Junge wusste sich schnell zu helfen und rief – fast routiniert – die 112 an. Dafür wurde er am Mittwoch vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit der Christophorus-Medaille ausgezeichnet.

"Wir hatten einige Zeit vorher schon einmal durchgespielt, was man in einem Notfall machen muss", sagte die Mutter des Jungen, Barbara Neuner, ein halbes Jahr nach dem Vorfall. Auch im Kindergarten sei das Absetzen eines Notrufs Thema gewesen. Als es dann tatsächlich zum Notfall kam, erinnerte sich Tobias an die Erklärungen der Eltern und an sein Kinderbuch über die Feuerwehr und den Rettungsdienst. Der Junge holte sich schnell sein Buch, in dem auch die Notrufnummer 112 abgedruckt ist. "Tobias hat der Bergwacht dann seinen Namen und die Adresse durchgegeben und gesagt, dass er Hilfe brauche, weil seine Oma umgefallen sei und sich nicht mehr bewege", sagte seine Mutter.

Der fünfjährige Tobias aus Saulgrub, Bayern, wurde vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann mit der Christophorus-Medaille ausgezeichnet

Der fünfjährige Tobias aus Saulgrub, Bayern, wurde vom bayerischen Innenminister Joachim Herrmann mit der Christophorus-Medaille ausgezeichnet


"Tobias hat uns ein Riesengeschenk gemacht"

Als der Rettungsdienst eintraf, öffnete der Junge die Tür und beschrieb, wo seine Oma liegt. Nach einer Reanimation wurde die 67-Jährige ins Krankenhaus gebracht. Dort starb sie allerdings fünf Tage später auf der Intensivstation. "Tobias hat uns mit seinem Einsatz ein Riesengeschenk gemacht", sagt seine Mutter. Der Zusammenbruch der 67-Jährigen sei aus heiterem Himmel geschehen. Durch Tobias' Notruf konnte sich die Familie noch von ihr verabschieden. "Die Situation ist nicht leicht für Tobias, aber er fühlt sich schon auch als Retter."

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ikr / DPA