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US-Bundesstaat Massachusetts Coronainfiziertes Paar stirbt nach 78 Jahren Ehe im Abstand von wenigen Stunden


Das Ehepaar Cohen hatte fast sein ganzes Leben miteinander verbracht. Als Muriel Cohen sich mit dem Coronavirus infizierte, blieb David bei ihr – bis in den gemeinsamen Tod.

Sie waren 78 Jahre lang verheiratet und wollten sich auch durch das Coronavirus nicht trennen lassen: Ein an Covid-19 erkranktes Ehepaar ist in einem Pflegeheim in Massachusetts im Abstand von nur drei Stunden gestorben, wie die Nachrichtenseite "Masslive" berichtet. Die 97-jährige Muriel Cohen war demnach kürzlich positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden. Ihr 102 Jahre alter Ehemann David sei nicht infiziert gewesen, die Familie habe aber beschlossen, die beiden nicht in unterschiedlichen Räumen zu isolieren.

"Wir konnten sie nicht trennen", zitiert "Masslive" die Tochter Frances Grosnick. "Sie waren beide sehr krank mit anderen Krankheiten und wussten nur, dass sie zusammen waren. Das war tröstlich und sie haben nicht gelitten."

Cohen lehrte Schulkinder, nicht zu hassen

David Cohen hatte dem Bericht zufolge im Zweiten Weltkrieg als Funker gedient und zu den US-Soldaten gehört, die das von den Nazis betriebene Arbeitslager Ohrdruf, ein Nebenlager des KZs Buchenwald, befreiten. Er habe den Rest seines Lebens damit verbracht, über diese Erfahrungen zu sprechen, Schulkinder in der Gegend über den Holocaust zu unterrichten und ihnen beizubringen, niemals zu hassen, schrieb Cohens Familie in einem Nachruf

Während seiner Zeit beim Militär habe er zudem eine Fülle von Fotos aufgenommen, von denen einige im National Holocaust Museum in Washington, D.C. zu sehen seien.

"Ich bin 72 und mein Vater war immer mein Held", sagte Grosnick zu "Masslive". "Sein Vermächtnis war es, niemals zu hassen und in einer Welt des Respekts für andere Menschen zu leben." 

Sie habe ihre Eltern seit dem 12. März nicht mehr sehen können, als das Pflegeheim wegen der Verbreitung des Coronavirus keine Besucher mehr zugelassen habe, erzählte die Tochter der Nachrichtenseite. Es sei aber sehr tröstlich für sie gewesen, dass eine der Pflegerinnen die Hände der beiden kurz vor ihrem Tod zusammengelegt habe. Ihr Vater sei zuerst gestorben, ihre Mutter nur wenige Stunden später. Sie bedauere, dass sie die Hand ihrer Mutter nicht habe halten können. 

"Meine Eltern sind zusammen, und meine Eltern sind in Frieden", sagte Grosnick dem Sender WCVB. "Ich hatte das große Glück, meine Eltern für eine sehr lange Zeit zu haben. Ich hatte Glück und ich war gesegnet, und ich werde mich daran erinnern."

Quellen: "Masslive"Nachruf der Familie

mad

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