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Costa del Sol: Bombe am Touristenstrand explodiert

Eine Bombe ist am Strand des spanischen Badeortes Torremolinos an der Costa del Sol explodiert. Es wurde niemand verletzt, ein Tourist klagte jedoch über Benommenheit. Der Anschlag geht nach Angaben des Innenministeriums auf das Konto der baskischen Terrororganisation ETA.

Am Strand des südspanischen Badeortes Torremolinos an der Costa del Sol ist am frühen Dienstagmorgen eine Bombe explodiert. Nach ersten Polizeiangaben wurde niemand verletzt. Nur ein 16 Jahre alter Tourist habe über Benommenheit geklagt, hieß es in spanischen Medienberichten. Er sei von Sanitätern behandelt worden.

Die Bombe mit nur wenig Sprengstoff sei gegen 0.20 Uhr in der Nähe der Strandpromenade unter einer Fußgängerbrücke detoniert. Die Gäste von zwei Hotels in der Nähe hätten in ihren Zimmern bleiben können. Das dem Tatort am nächsten gelegene Hotel sei zu 90 Prozent belegt gewesen. Die meisten der etwa 800 Gäste seien Spanier. Es gebe aber auch britische Touristen dort.

Vor dem Anschlag habe es keine Warnung gegeben. Die Sicherheitskräfte hätten den Tatort abgesperrt und ihre Ermittlungen aufgenommen. Wie mittlerweile bekannt wurde, geht die Explosion auf das Konto der baskischen Untergrundorganisation ETA. Das teilte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba nach der Analyse des Sprengsatzes in Madrid mit. "Es ist ohne Zweifel eine ETA-Bombe", sagte er. In der Nähe sei zudem ein Rucksack mit einer Pistole, Munition, einem gefälschten Militärausweis und Material zur Herstellung von Bomben gefunden worden.

Vor Anschlägen auf Ferienziele in Nordspanien in diesem Sommer hatte ETA bereits telefonisch gewarnt. Die Ermittler gingen davon aus, dass ETA mit den Anschlägen den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens treffen will. Bereits in früheren Jahren hatte es im Sommer Attentate der Organisation in Ferienorten gegeben.

Viele Touristen seien in Torremolinos aus dem Schlaf hochgefahren. Es sei ihnen vorgekommen, als ob ihre Zimmer gebebt hätten. Ein Hotelangestellter sagte nach Angaben der Zeitung "El Mundo", viele Hotelgäste, vor allem Spanier, hätten verängstigt angerufen, weil sie sich gedacht hatten, es sei etwas Schlimmes passiert. Nachtschwärmer berichteten, dass sie dicke Rauchschwaden gesehen hätten.

DPA / DPA
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