VG-Wort Pixel

Großbritannien Dreister Betrug: Frau übernimmt Fahrprüfungen für andere und ergaunert damit 32.000 Euro

Fahrprüfungen sind für viele Kandidat:innen purer Stress
Fahrprüfungen sind für viele Kandidat:innen purer Stress
© ljubaphoto / Getty Images
Sie ging für ängstliche Fahrschülerinnen zur Führerscheinprüfung und gab sich als jemand aus, der sie nicht war: Gegen Geld verhalf eine 30-Jährige fremden Frauen zur Fahrerlaubnis. Jetzt musste sie sich vor Gericht verantworten.

Ja, die praktische Fahrprüfung ist für viele Fahrschüler:innen ein Albtraum. Man schläft vorher wochenlang nicht, ist nervös und aufgrund der Aufregung passieren schon mal Fehler, die man eigentlich sonst nie gemacht hätte – und die einen ein-, zwei- oder gar mehrmals durchrasseln lassen. Das ist nicht nur schlecht fürs Selbstbewusstsein, sondern kann auch ziemlich teuer werden. Insofern hat eine Frau aus Großbritannien da eine echte Marktlücke entdeckt. Allerdings eine illegale.

Die Frau, die für andere Fahrprüfungen absolvierte
Inderjeet K., die Frau, die für andere Fahrprüfungen absolvierte
© Tarian – Regional Organised Crime Unit

Die 30-jährige Inderjeet K. aus der Stadt Llanelli in Wales bot nämlich Fahrschülerinnen mit Prüfungsangst an, die praktische Prüfung für sie zu übernehmen. Dazu musste sie sich natürlich illegalerweise als die entsprechende Kandidatin ausgeben: ganz klar eine Straftat. Mehr als 150 solcher Taten gab sie nun vor Gericht zu. Und alle fanden innerhalb von nur zwei Jahren statt.

Britin kassiert nervöse Fahrschülerinnen ab

Was Inderjeet K.s Taten moralisch fragwürdig macht, ist nicht nur, dass ihretwegen Fahrerinnen auf den Straßen unterwegs sind, die ihr Können nie offiziell bewiesen haben – sondern auch, dass sie sich vor allem an Fahrschülerinnen wandte, die einen Migrationshintergrund und Schwierigkeiten mit der englischen Sprache hatten. Bei den Frauen herrschten oft noch deutlich mehr Angst und Verzweiflung vor als bei muttersprachlichen Prüflingen, weshalb sie anfälliger für ihr illegales "Angebot" waren. In den zwei Jahren ihrer Aktivität soll die 30-Jährige von den Kandidatinnen, für die sie die Prüfungen absolvierte, insgesamt mehr als 32.000 Euro abkassiert haben.

Das Geld allerdings muss die Betrügerin nun fast komplett an den britischen Staat zurückzahlen: Sie wurde zu einer Geldstrafe von 31.500 Euro oder stattdessen zwölf Monaten Haft verurteilt. Sechs Monate Haft hat sie wegen eines ähnlichen Vergehens bereits abgesessen. Aufgeflogen war sie, weil schließlich in einem der verschiedenen Prüfungscenter, an denen sie eine andere Kandidatin verkörperte, auffiel, dass man ihr Gesicht doch schon einmal gesehen hatte ...

Quelle:  BBC

wt

Mehr zum Thema

Newsticker