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Estland unter Schock: Heim für behinderte Kinder brennt nieder - zehn Tote

Estland steht unter Schock. Einen Tag nach dem schrecklichen Feuertod von acht behinderten Kindern und zwei jungen Erwachsenen beginnt die Suche nach der Brandursache.

Estland trauert. Einen Tag, nachdem acht behinderte Kinder und zwei junge Erwachsene verbrannten, hängen die Flaggen im Land auf Halbmast. Das Unglück habe "die gesamte Nation in einen Schockzustand versetzt," so Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves. Parlamentspräsidentin Ene Ergma nannte den Sonntag einen "schwarzen Tag" für Estland. "Unser tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen der Opfer." Angesichts der Tragödie ließ die Regierung Staatstrauer ordnen.

Am Sonntag war in einem Waisenhaus in der Kleinstadt Haapsalu aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Drei behinderte Mädchen, fünf Jungen und zwei 20 und 21 Jahre alte Behinderte, die wegen ihrer hohen Pflegebedürftigkeit noch in dem Heim lebten, starben. Ein Augenzeuge hatte im Internetportal "Delfi" berichtet, nach Ausbruch des Feuers sei totales Chaos ausgebrochen. Die Kinder seien bei klirrender Kälte vor den Flammen ins Freie geflüchtet.

Über die Brandursache herrschte auch am Montag noch Unklarheit. Da das Haus aus Holz gebaut war, konnten sich die Flammen allerdings blitzschnell ausbreiteten. Ministerpräsident Andrus Ansip berief eine Sondersitzung des Kabinetts ein, um die Hintergründe zu klären.

In dem Waisenhaus hundert Kilometer südwestlich von Estlands Hauptstadt Tallinn wurden 37 behinderte Kinder betreut. Erst Mitte Januar soll das Gebäude von der Feuerwehr noch für brandsicher erklärt worden, hieß es in lokalen Medien.

jwi/DPA/AFP / DPA
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