Explosion in Lehrberg Gefahr gebannt, jetzt wird aufgeräumt


Nach der Gasexplosion in Lehrberg können die Einsatzkräfte mit den Aufräumarbeiten beginnen. Es bestand noch Explosionsgefahr, bis der Gastanker geborgen und abgedichtet werden konnte.

Einen Tag nach dem Explosionsunglück im mittelfränkischen Lehrberg ist die Gefahr einer weiteren Detonation seit Samstagnachmittag gebannt. Der Katastrophenalarm in dem Ort wurde aufgehoben. Bei dem Unglück wurden fünf Menschen getötet und 16 teils schwer verletzt, zwei von ihnen schwebten am Samstag noch in Lebensgefahr. Das Unglück hatte sich am Freitagmorgen während Reparaturarbeiten an einem Gas-Tank ereignet. Die Ursache der Explosion ist weiter unklar. Inzwischen ist die Identität der Opfer geklärt. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich ausschließlich um Mitglieder einer Bäckereifamilie und Angestellte des Betriebs.

In den Trümmern der Bäckerei kamen nach Angaben der Polizei die 71-jährige Seniorchefin des Familienbetriebs, deren 41-jähriger Sohn, ein 34-jähriger angestellter Bäcker, eine 34 Jahre alte Verkäuferin und eine 17-jährige Auszubildende ums Leben. Der Seniorchef der Bäckerei überlebte schwer verletzt. Die Angehörigen der Toten wurden psychologisch betreut.

Sanitäter unter den Verletzten

Unter den 16 Verletzten sind laut Polizei auch zwei Sanitäter. Wegen eines durchdringenden Gasgeruchs waren Einsatzkräfte des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und der Feuerwehr schon vor der Explosion zu der in der Ortsmitte gelegenen Bäckerei gerufen worden. Kurz nachdem sie eintrafen, legte die Explosion das Gebäude in Schutt und Asche. Der Knall war noch in 25 Kilometern Entfernung zu hören.

Auch zwei Einsatzwagen des BRK wurden komplett zerstört. Der Gesamtschaden geht in die Millionen. Das Unglück ereignete sich nach Angaben der Feuerwehr, als ein Monteur gerade Reparaturarbeiten an einem Gas-Tank durchführte. Der 42-jährige Monteur wurde leicht verletzt. Kurz nach Beginn der Arbeiten war Gas ausgetreten. Die dadurch entstandene Gaswolke sei wenig später explodiert, sagte Kreisbrandrat Walter Schwab der dpa.

Explosionsgefahr gebannt

Durch die Wucht der Explosion stürzte auch der Tanklastzug des Monteurs um. Aus den Einfüllstutzen des beschädigten Gefährts trat nach dem Unfall weiterhin Gas aus. Daher wurde zunächst befürchtet, es bestehe die Gefahr einer erneuten Explosion. Sachverständige, die die Unfallursache untersuchen sollen, konnten das Gelände rund um die Bäckerei-Ruine zunächst nicht betreten. Erst nachdem ein Kran den Lastwagen aufgerichtet hatte, konnten die Tankstutzen abgedichtet und der Tank vollständig geleert werden.

"Die letzten Trümmer werden noch durchforstet, aber es gibt keine Anhaltspunkte, dass noch mehr Menschen verschüttet sind", sagte ein Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte begannen mit den Aufräumarbeiten. Mehrere umliegende Gebäude waren vorsichtshalber geräumt worden. 20 Menschen quartierten sich bei Verwandten und Freunden ein. Sie konnten zunächst nicht in ihre Häuser zurückkehren. Statiker prüften, ob die Explosion die Stabilität der Gebäude beeinträchtigt habe. Auch war unklar, ob sich im Keller der Häuser noch Gas-Reste befinden. Die Bundesstraße 13, die nach dem Unglück gesperrt worden war, sollte im Laufe des Abends wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Besuch von Stoiber

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) besuchte am Samstag den Unglücksort, um sich über Ausmaß und Folgen der Gasexplosion zu informieren. Den betroffenen Familien und der Bevölkerung sprach er sein Mitgefühl aus. Er bedankte sich zugleich bei den Einsatzkräften der Feuerwehr. Für die Betroffenen kündigte er staatliche Hilfe an. "Wir werden in der nächsten Woche im Kabinett beraten und überlegen, wie wir den Familien und dem Ort helfen können."

DPA DPA

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