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Fünf Tage nach Fund: Bagger zerstört riesiges Hakenkreuz auf Hamburger Sportplatz

Nachdem bei Bauarbeiten auf einem Sportplatz in Hamburg-Mitte ein riesiges Hakenkreuz entdeckt wurde, hat der Bezirk nun gehandelt - und das Nazi-Relikt mit einem Bagger zerstört.

Hamburg-Billstedt: Baggerfahrer gräbt riesiges Hakenkreuz aus

Fünf Tage nachdem ein Baggerfahrer bei Bauarbeiten auf einem Sportplatz ein riesiges Hakenkreuz entdeckt hat, wurden vom Bezirk Hamburg-Mitte nun Tatsachen geschaffen: Ein Bagger hat das Nazi-Relikt nun zerstört. Das berichtet etwa das "Hamburger Abendblatt"

Demnach wurde das vier mal vier Meter große Hakenkreuz am Hein-Klink-Stadion durch einen Hydraulikhammer zerschlagen, wie die Regionalzeitung weiter berichtet. Zuvor hätten Mitarbeiter des Denkmalschutzes die Bilddokumentation sowie die Vermessung des Symbols aus der NS-Zeit abgeschlossen. Im Anschluss habe ein Kampfmittel-Experte die Umgebung auf mögliche Blindgänger im Boden untersucht, schreibt das "Hamburger Abendblatt".

Bagger zerstört riesiges Hakenkreuz auf Hamburger Sportplatz

Ein Bagger zerstört im Hein-Kling Stadion in Hamburg-Billstedt ein Hakenkreuz aus Beton neben dem Sportplatz

Der Bagger hatte ursprünglich ein Fundament für neue Umkleidekabinen ausheben wollen, als er auf das Hakenkreuz stieß, wie der erste Vorsitzende des Sportvereins Billstedt-Horn, Joachim Schirmer, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. 

Hakenkreuz in Hamburg hätte zu einer Art Pilgerstätte werden können

Wie das "Hamburger Abendblatt" weiter berichtet, sei das Gelände seitdem abgeriegelt gewesen. Auch der Sportbetrieb sei eingestellt worden. Offenbar habe man befürchtet, dass der Sportplatz zu einem Magneten für Rechtsradikale hätte werden können, munkelt das Blatt. "In den vergangenen Tagen sind bereits einige rechte Spinner in entsprechender Aufmachung aufgetaucht, die vor dem Hakenkreuz posieren wollten", zitiert die Zeitung Arne Witt, Leiter der Fußballabteilung. 

Am kommenden Wochenende fallen die Heimspiele zwar aus, wie die Sportvereinigung Billstedt-Horn v. 1891 e.V. via Facebook mitteilt, doch scheint man über die Beseitigung des Hakenkreuzes erleichtert zu sein. "Der Dreck muss weg. Alle Ewiggestrigen sollen sich vom Acker machen", schreibt der Verein. "In guter braun-weißer Tradition in Hamburg sagen wir: 'Nie wieder!' Kein Fußball den Faschisten!"

An der Fundstelle habe früher ein großes Denkmal gestanden, das vor Jahrzehnten abgerissen worden sei, erzählte Vereinsvorsitzender Schirmer. Auf alten Bildern ist ein viereckiges etwa fünf Meter hohes Denkmal zu sehen; auf einer Seite prangt ein nackter Krieger, der einen Speer in der Hand hält.

Hamburg-Billstedt: Baggerfahrer gräbt riesiges Hakenkreuz aus



fs/Mit Material der DPA