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Indien: Mindestens 80 Tote bei Anschlag auf Zug

Im Osten Indiens sind bei einem Anschlag auf einen Zug mindestens 80 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Der Nachtzug auf dem Weg nach Mumbai wurde von einer Explosion erschüttert, dadurch entgleisten mehrere Waggons.

Bei einem von maoistischen Rebellen verübten Anschlag auf einen Reisezug sind im Osten Indiens am Freitagmorgen mindestens 80 Menschen getötet worden. Nach Berichten des indischen Fernsehsenders CNN-IBN wurden außerdem mehr als 200 Zugreisende verletzt, viele von ihnen schwer. Angaben der Eisenbahngesellschaft zufolge waren 13 Waggons eines Nachtzuges nach Mumbai nach einer Explosion im Gleisbett aus den Schienen gesprungen. Fünf davon seien auf ein anderes Gleis gestürzt und dort von einem Güterzug erfasst worden, berichtete die Nachrichtenagentur PTI.

Die Explosion habe sich gegen 1.30 Uhr (Ortszeit) im Distrikt West-Midnapore in Westbengalen rund 135 Kilometer südwestlich von Kolkata ereignet. Die Gegend gilt als Hochburg maoistischer Rebellen. Regierungsvertreter äußerten die Befürchtung, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte, da noch viele Passagiere in den zerstörten Waggons vermutet wurden.

Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag

Zehn der 13 entgleisten Waggons waren Schlafwagen. Mit den noch in den Gleisen stehenden Waggons des Zuges seien die überlebenden Passagiere - darunter viele Verletzte - in die Stadt Kharagpur gebracht worden, meldete der Sender NDTV. Auch Armeehubschrauber wurden eingesetzt, um Verletzte in umliegende Krankenhäuser zu bringen. Eisenbahnministerin Mamata Banerjee, die zum Unglücksort gereist sei, habe den Familien der Opfer Entschädigungen zugesagt.

Zu der Tat bekannte sich zunächst eine maoistische Rebellengruppe, deren Sprecher später jedoch eine Beteiligung dementierte. Die linken Rebellen kämpfen nach eigener Aussage für die Rechte der armen Landbevölkerung und die Einführung eines kommunistischen Gesellschaftsmodells.

DPA/AFP / DPA
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