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Indien: Opferzahl nach Bombenserie steigt an - 76 Tote

Nach der bislang schwersten Bombenserie im Nordosten Indiens ist die Zahl der Toten im Bundesstaat Assam auf 76 gestiegen. Mehrere der über 400 Verletzten waren in der Nacht zuvor gestorben. Indische Medien berichteten von mehreren Festnahmen.

Nach der Anschlagsserie im indischen Unionsstaat Assam hat sich die Zahl der Toten auf 76 erhöht, wie die Provinzregierung am Freitag mitteilte. Mehr als ein Dutzend Verwundete seien über Nacht ihren Verletzungen erlegen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums von Assam. Bei den 13 Anschlägen am Donnerstag wurden mehr als 400 Menschen verletzt. Indische Medien berichteten von mehreren Festnahmen, was die Polizei zunächst nicht bestätigte.

Hintergrund sind vermutlich separatistische Bestrebungen in der abgelegenen Region im äußersten Norden Indiens. Der schwerste Anschlag richtete sich gegen den Sitz der Provinzregierung in Assam. In unmittelbarer Nähe des Gebäudes in der Provinzhauptstadt Gauhati gingen nach Berichten von Augenzeugen drei oder vier Bomben hoch.

Die Separatisten werfen der Zentralregierung in Neu-Delhi vor, die natürlichen Rohstoffe von Assam auszubeuten ohne die indigene Bevölkerung an den Einnahmen zu beteiligen. Assam liegt als isolierte Region zwischen Bangladesch, Bhutan, China und Birma; nur ein schmaler Korridor verbindet den Unionsstaat mit dem übrigen Indien.

Dem bewaffneten Aufstand in Assam fielen in den vergangenen zehn Jahren mehr als 10.000 Menschen zum Opfer. Im Juli kam es zu Kämpfen zwischen Angehörigen des Bodo-Stammes und Zuwanderern. Dabei kamen mindestens 49 Menschen ums Leben.

DPA/AP / AP / DPA