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Polizei bestätigt Bericht: Lastwagenfahrer soll Joggerin und Studentin getötet haben

Ein Mord in der Nähe von Freiburg, ein weiterer im österreichischen Kufstein - und in beiden Fällen derselbe Täter. Lange hat die Polizei nach dem entscheidenden Hinweis gesucht. Nun hat sie ihn gefunden.

In diesem Waldstück bei Freiburg wurde die Leiche der vergewaltigten und ermordeten Joggerin gefunden

In diesem Waldstück bei Freiburg wurde die Leiche der vergewaltigten und ermordeten Joggerin gefunden

Sieben Monate nach dem Mord an einer Joggerin in Endingen bei Freiburg hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Der 40 Jahre alte Fernfahrer aus Rumänien soll die 27-Jährige vergewaltigt und getötet haben. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Darüber hinaus soll der Mann im Januar 2014 auch eine Studentin im österreichischen Kufstein missbraucht und umgebracht haben. Er sei am Freitag festgenommen worden und sitze nunmehr in Untersuchungshaft. "Ich hoffe jetzt, dass unsere Region wieder mehr zur Ruhe kommen kann", sagte der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger.

Der Abgleich von Körperspuren von beiden Tatorten hatte früh ergeben, dass es sich um ein und denselben Täter handeln muss - aber nicht, wer es ist. In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und mit einer Eisenstange erschlagen. Weil bei der Tat in Österreich eine spezielle Stange verwendet worden war, die in Lastwagen zum Einsatz kommt, hatten sich die Ermittler schon recht früh auf die Fernfahrerbranche konzentriert - allerdings lange ohne Erfolg. Bei dem festgenommenen Mann sei der Abgleich einer Speichelprobe positiv ausgefallen, berichteten die Ermittler. Der Mann bestreite die Tat.

Fahndung mit Phantombild

Im April hatten die Ermittler der Sonderkommission "Erle" ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte.

Nach dem Mord an der 20 Jahre alten französischen Austauschstudentin in Österreich hatten die dortigen Ermittler bereits mit einem Phantombild nach dem Täter gesucht. Die deutsche Polizei hatte dieses Bild jedoch nicht für ihre öffentliche Fahndung verwendet, weil es schon älter und zu ungenau gewesen sei.

Ermittlungen "Langstreckenlauf, kein Sprint"

Seit dem Mord in Endingen haben die Ermittler tausende Hinweise verfolgt. Die Ermittlungen seien ein Langstreckenlauf gewesen, kein Sprint, erläuterte der Leiter der Kriminalpolizei, Peter Egetemaier.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei noch gemeldet, dass sie ihre Sonderkommission in eine kleinere Ermittlungsgruppe umgewandelt hat. Nach zuletzt 20 Beamten arbeiteten jetzt noch zehn Polizisten an dem Fall. "Den Ermittlern ist es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen - allerdings besteht derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person", hatte es in der Pressemitteilung vom Donnerstag geheißen. Am Freitag wurde dann der 40-Jährige festgenommen.

Rund drei Wochen vor der Tat in Endingen war im nahen Freiburg eine Studentin vergewaltigt und getötet worden. In diesem Fall sitzt ein junger Flüchtling in Untersuchungshaft, der Prozess gegen ihn vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg beginnt den Angaben zufolge voraussichtlich Anfang September. Für die Morde in Endingen und Kufstein kommt er den Ermittlern zufolge als Täter nicht infrage. 

tim / DPA