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Spanien: Ein für tot erklärter Mann soll im Leichensack wieder aufgewacht sein

Für den Arzt war es riesiger Schock. Kurz vor der Obduktion eines angeblich verstorbenen 29-Jährigen, hörte er Geräusche aus dem Leichensack. Der Mann lebte noch. Seine Angehörigen erheben nun schwere Vorwürfe gegen die Ärzte, die den Mann für tot erklärt hatten.

Ein Leichen-Kühlraum (Symbolbild)

"Das erste, woran er sich erinnert, ist dass er sich in einem schwarzen Sack befand", erzählt seine Ehefrau den Medien in Spanien (Symbolbild)

Kurz vor der geplanten Obduktion soll ein für tot erklärter Häftling in Spanien in einem Leichensack wieder aufgewacht sein. Drei Ärzte hatten zuvor einstimmig den Tod des 29-jährigen Mannes festgestellt, wie spanische Medien berichteten. Der Mann war demnach in seiner Gefängniszelle mit blau angelaufenem Gesicht und ohne Lebenszeichen gefunden worden.

"Das erste, woran er sich erinnert, ist dass er sich in einem schwarzen Sack befand", zitierte die Zeitung "El Mundo" am Mittwoch die Frau des Totgeglaubten. Weil er nicht habe sprechen können, habe er Laute von sich gegeben, um auf seine Situation aufmerksam zu machen. Diese habe ein Arzt gehört und den Mann befreit. Daraufhin sei umgehend eine Behandlung eingeleitet worden.

Nach dem Erwachen fragte der Mann zuerst nach seiner Frau

Die haarsträubende Geschichte ereignete sich den Berichten zufolge bereits am Sonntag im forensischen Institut von Oviedo im nordspanischen Asturien.

Zunächst sei befürchtet worden, dass die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn des Mannes unterbrochen worden war und er deshalb Hirnschäden davongetragen haben könnte. Jedoch gaben die Mediziner Entwarnung. Der Patient habe sich als erstes nach seiner Frau erkundigt, hieß es. Es sei eine Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet worden, schrieb die Zeitung "La Voz de Asturias".

Spanien: Vater des Totgeglaubter erhebt Vorwürfe

Die Familie des totgeglaubten Mannes hat schwere Vorwürfe gegenüber dem Gefängnis und den Ärzten erhoben. Man habe den 29-Jährigen ausgezogen, in einer Kühlkammer gelagert und und auf seinen Körper Markiereungen für die anstehende Autopsie gemalt, sagte sein Vater gegenüber "El Mundo". Guillermo Martínez, Sprecher der asturischen Regionalregierung, widersprach den Vorwürfen. Nachdem der Tod festgestellt worden war, sei dieser ins forensische Institut gebracht worden. Dort habe man schnell Lebenszeichen festgestellt und den Mann in die Universitätsklinik in Oviedo gebracht. Seinen Vater beruhigt das nicht. "Ehrlich gesagt haben die fast meinen Sohn getötet, sie haben ihn fast ermordet", empört sich der Vater des Totgeglaubten. Stundenlang habe er um seinen toten Sohn getrauert.

Der 29-Jährige war für den Raub von Schrott und Alteisen zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden, wie "El Mundo" berichtet. Bis zur Entlassung fehlten dem mann noch sechs Monate. Sein Vater hofft nun, dass seinem Sohn aufgrund des tragischen Missverständnisses ein Teil seiner Strafe erlassen wird.

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tyr mit / DPA
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