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Verzweiflungsgedicht eines Schulmädchens: "Ihre Grausamkeit schneidet mein Ich hinweg"

In einem Gedicht beschreibt Izzy Dix, wie ihr hoffnungsfroher Start ins Leben von ihren Mitschülern in einen Weg in die Hölle verwandelt wurde. Kurz darauf erhängte sie sich.

Von Gernot Kramper

Wie sieht es in einem Teenager aus, der scheinbar sinnlos sein Leben wegwirft? Das fragen sich häufig fassungslose Erwachsene, weil sie die Welt der Jugendlichen nicht verstehen. Für sie hat eine Mutter ein Gedicht veröffentlicht, welches ihre Tochter Izzy geschrieben hat, bevor sie ihrem Leben ein Ende setzte.

Die 14-jährige Izzy hatte sich vor einem Monat in dem Haus ihrer Eltern erhängt, nachdem sie jahrelang von ihren Mitschülern ausgestoßen und geschnitten wurde. Auf dem Online-Portal "ask.fm" fanden sich die virtuellen Spuren der Hetzjagd auf Izzy.

Verwzeifelte Kampagne der Eltern

Auf den ersten Blickt wirkt ihr Schicksal eher absonderlich, denn Izzy ist ja nicht "wirklich" etwas Schreckliches passiert. Sie wurde nicht geschlagen oder vergewaltigt. Ihre Eltern brachten ihr Liebe und Verständnis entgegen. Das Gedicht rührt zu Tränen, denn es beschreibt den seelischen Mord auf Raten, den der Schülermob gegen das Mädchen entfesselte. Per Internet wurde die sadistische Hetzjagd orchestriert und immer wieder neu angeheizt. Izzy war nie auffällig oder besonders - sie wurde von der Meute einfach zum Opfer auserkoren und dann langsam fertig gemacht.

Izzys Mutter Gabi veröffentlichte das Gedicht, um der Welt die Augen für die Gefahren des "Bullying" zu öffnen. In einer verzweifelten Kampagne wollen die Eltern erreichen, dass Internetportale Verantwortung für die Menschenjagden übernehmen, die unter dem Schutz der Anonymität auf ihren Plattformen inszeniert werden. Dafür haben sie die "The Izzy Dix Anti Bullying Memorial Group" auf Facebook ins Leben gerufen.

Britischen Medien sagte sie: "Ich weiß, es ist unangenehm so etwas zu lesen, aber genau so sah es in meiner Tochter aus, bevor sie starb. Das sind ihre Worte." Die Mutter nimmt an, dass Izzy das Gedicht geschrieben hat, nachdem sie ein Konzert besuchen wollte. Damals sei ihre Tochter in Tränen aufgelöst wieder zu Hause aufgetaucht. Im Gedicht heißt es: "Sie haben gesagt, niemand wolle mich hier. Sie sagten, ich solle verschwinden. Ich sei unerwünscht." Und fährt vor. "Ich blickte nach unten und ging. Meine Augen verschwammen. Ein weiteres Stück von mir wurde von ihren Grausamkeiten weggeschnitten."

Izzys Gedicht "I Give Up"

I arrive,
Happy and fresh,
Ready and excited
To celebrate the goodness.
I am eager and keen to have a good time.
As I smile from the bubbles of anticipation whizzing around
my stomach,
I begin to see the crowd,
I see more people,
Many are happy and joyful.
They're there like me,
To celebrate,
I smile at them and say hello to the many faces I see,
They look shocked and surprised to see me,
I question their judgmental glares as I wonder,
'What have I done wrong?'
I see their drinks swilling in their fingers as their backs begin
to face me.
I try to edge my way back into the circle of giggles and
talking,
They push me away.
I stand still,
My eyes glazed and absent.
Suddenly they call me over,
I think, 'yes! They've noticed me!'
But then it begins,
They start to ask questions,
As to why I am there.
They begin to tell me that nobody wants me there,
They tell me to leave and that I am not wanted,
Not there, not anywhere,
My heart,
My head,
My body,
Numb.
I feel pricks of stinging begin to pinch my eyes as cheeks
begin to burn.
'Don't let them see you,
Don't show them that you're weakened,
Weakened by their remarks',
'Stay strong' I think,
But it's too late,
My palms, clammy,
My cheeks, streaming,
My neck, sweating.
I walk quickly away from the chanting and laughing,
My vision, spinning,
My heart, beginning to break.
I look down and walk,
My eyes drowning in a sea of emotion.
Another piece of me chiselled away by their cruel remarks and perceptions,
I give up.

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