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#sharethelove Warum in Wien jetzt Jacken an Bäumen hängen

Ein Mann friert im Freien
Die Aktion "Vienna Winterchallenge" soll Wiener Obdachlosen das Gefühl geben, dass sie mit ihren Nöten in der Stadt nicht allein sind (Symbolbild)
© iStockphoto / Getty Images
Viele hundert Menschen leben auf Wiens Straßen. Im Winter ist das Leben für Obdachlose besonders hart. Um das ein wenig abzumildern, gibt es die Aktion "Vienna Winterchallenge". Dabei werden Jacken für Obdachlose an Bäume gehängt, die sie bei Bedarf nutzen können.

Wenn man das, was man braucht, einfach von den Bäumen pflücken kann, klingt das ein bisschen nach Paradies. Für Wiener Obdachlose wird das erneut Wirklichkeit, zumindest in einer Hinsicht: bei den überlebenswichtigen Winterjacken. Bereits zum zweiten Mal organisieren die Aktivisten der sogenannten "Vienna Winterchallenge" ein Hilfsprogramm für Obdachlose in ihrer Stadt. Sie hängen Jacken an Bäumen auf und Menschen, die sie dringend benötigen, können sich einfach eine "pflücken". So werden Obdachlose die anstehende kalte Jahreszeit hoffentlich besser überstehen.

Wiener Obdachlose sollen sich bedienen

Die "Vienna Winterchallenge" wurde 2017 von einer Gruppe Wiener Studenten gegründet. Sie nahmen sich vor, sozial benachteiligten Menschen zu helfen. Ursprünglich stamme die Idee aus der Türkei und Bulgarien, wie die "Wiener Kronenzeitung" auf ihrer Online-Seite berichtete.

"2017 haben wir ungefähr 80 Jacken und noch mal so viele Accessoires wie Schals und Handschuhe gesammelt", berichtete Džemal Šibljaković, einer der Organisatoren, der "Wiener Kronenzeitung". Jeder Wiener, der eine nicht mehr benötigte Winterjacke besitzt, kann diese, gern auch mit einer freundlichen Botschaft versehen, an einen Baum im Innenstadtbereich hängen. Vorzugsweise in Parks und an Orten, an denen sich Obdachlose aufhalten. Selbstverständlich können die Jacken auch bei den Organisatoren abgegeben werden.

Die Aktion soll einerseits den Betroffenen das Gefühl geben, dass sie mit ihren Nöten nicht allein sind und wahrgenommen werden. Andererseits soll durch die exponierte Position der Jacken die weithin fehlende Unterstützung für Obdachlose stärker publik werden. So würden auch Fremde, die von der "Vienna Winterchallenge" noch nie gehört haben, sensibilisiert, erklärt Šibljaković.

Jeder kann helfen

Spenden von außerhalb sind natürlich ebenfalls willkommen: "Es braucht eine aktive und engagierte Zivilgesellschaft, die nicht nur darauf wartet, dass Politik und Institutionen sich der Probleme der Gesellschaft annehmen. Wir leben in einer Zeit, in der das Konzept von Sozialstaatlichkeit hin und wieder auf wackligen Füßen zu stehen scheint. Nicht nur dann, aber vor allem dann braucht es das Bewusstsein, dass jeder einen Beitrag leisten kann“, betont Šibljaković in der "Wiener Kronenzeitung".

Quellen: "Wiener Kronenzeitung" / Vienna Winterchallenge

km

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