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VW-Roboter tötet Arbeiter

Eigentlich sollte er nur den neuen Fertigungsroboter einrichten. Doch dann ging irgendetwas schief – ein junger Mitarbeiter im VW-Werk Baunatal wurde von einem Roboter gegen eine Wand gequetscht und starb. Der Staatsanwalt ermittelt.

In einer Fertigungs-Straße bauen mehrere Roboter an einer Karosserie. Ein ähnlicher soll nun einen Arbeiter getötet haben.,

Bei der Autoherstellung wird immer mehr auf Roboter gesetzt. Jetzt hat einer von ihnen einen Arbeiter getötet.

In einem Fertigungswerk für Elektromotoren des Volkswagen-Konzerns (VW) in Baunatal ist am Montag gegen 16 Uhr ein 21-Jähriger Arbeiter von einem Fertigungsroboter getötet worden. Der Roboter war Teil einer neuen Anlage, die der junge Mann gemeinsam mit einem Kollegen installieren und einrichten sollte. Wie genau es zu dem Unfall kam, ist noch unbekannt.

Wie die Regionalzeitung "Hessisch/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) berichtet, war der aus Sachsen stammende Arbeiter nach VW-Angaben zum Zeitpunkt des Vorfalls alleine in der Nähe des Roboters beschäftigt. Sein Kollege befand sich zu diesem Zeitpunkt außerhalb der Anlage. Als der Roboter anfuhr, erfasste er das Opfer und drückte seinen Körper gegen eine Metallplatte. Dabei erlitt er nach Angaben der DPA schwere Quetschungen im Brustbereich. Obwohl er befreit und zunächst sogar wiederbelebt werden konnte, erlag er später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Auch ein schnellerer Transport ins Krankenhaus hatte nicht zur Rettung ausgereicht.

Roboter war noch nicht im Besitz von VW


Die Anlage war zum Zeitpunkt des Unfalls noch nicht an VW übergeben worden und befand sich damit noch im Besitz der Fremdfirma, betonte ein Sprecher gegenüber der HNA. Dieser Umstand könnte Auswirkungen auf die Haftung für den Vorfall haben. Der Konzern beschäftigt 15.500 Mitarbeiter am Standort Baunatal.

Ein zweiter Arbeiter hatte ebenfalls an dem Roboter gearbeitet, allerdings außerhalb der Maschine. Er wurde nicht von dem Roboter verletzt.

Staatsanwalt ermittelt

Auch die Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber der HNA. Wer genau das Anfahren der Anlage zu verantworten hat, ist aktuell Gegenstand von Ermittlungen. Neben der Staatsanwaltschaft Kassel ist auch das Regierungspräsidium daran beteiligt, das Geschehen zu rekonstruieren und eine eventuelle Schuldfrage zu klären.

"Dann werden wir sehen, ob überhaupt und wenn ja, gegen wen ein Vorwurf zu erheben ist", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel. Ein anderer tödlicher Unfall mit einem Roboter sei ihm "nicht erinnerlich", sagte der Sprecher.

mma
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