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stern-Kolumne Winnemuth: Keine falsche Bewegung!

Bedeutet Erwachsensein, jeden Plan zu verwerfen, bei dem das Risiko zu hoch erscheint? Nein, ganz im Gegenteil: Gelassenheit, wenn's mal nicht so klappt wie gewünscht.

Von Meike Winnemuth

Neulich habe ich an dieser Stelle beschrieben, warum ich mein Projekt, dieses Jahr jeden Monat in einer anderen deutschen Stadt zu leben, nach fünf Monaten abgebrochen habe: Nach Jahren des Herumvagabundierens brauchte ich endlich wieder Boden unter den Füßen, zum ersten Mal in meinem Leben war das Heimweh stärker als das Fernweh. Immer noch erreichen mich Briefe zu dem Thema, verständnisvolle, aber auch vorwurfsvolle. "Wäre es nicht möglichgewesen, vorausschauender zu handeln, gewisse Probleme/Stimmungen vorauszusehen und eben weniger spontan zu sein? Das fände ich erwachsener. Aber bitte fühlen Sie sich nicht angegriffen", schrieb etwa eine Leserin. Wir begannen eine kleine Debatte über Erwartungen und Erwachsensein, ihre Meinung war: "Ich finde, es zeichnet einen Erwachsenen aus, dass man die Weitsicht hat, begonnene Projekte auch zu Ende zu bringen oder eben gar nicht erst zu beginnen, wenn man Probleme kommen sieht."

Das Leben - eine Abfolge von Experimenten

Komisch, aber das finde ich überhaupt nicht. Ein Erwachsener ist man, wenn man nur noch Dinge tut, deren Verlauf und (selbstverständlich erfolgreichen) Ausgang man vorhersehen kann? Um Gottes willen. Keine Ehe würde je geschlossen, kein Unternehmen je gegründet werden, alle säßen mit gefalteten Händen zu Hause, aus Furcht, einen falschen Schritt zu tun. "Keine falsche Bewegung!", hieß es immer im Western – ich finde, dass keine Bewegung je falsch sein kann, selbst wenn ein Weg kurz in die Irre führen sollte. Gerade diese Abzweigungen bringen einen oft weiter als der geradeste, stolperfreieste, durchplanierteste Highway, den so viele als ein gelungenes Leben betrachten.


Ich habe immer gefunden, dass man am besten damit fährt, sein Leben als eine Abfolge von Experimenten zu betrachten. Einige klappen, andere nicht – beides ist gleich gut. Scheitern ist Teil der Versuchsanordnung, oft der erkenntnisreichste. Keine Erfahrung ist je vergebens, auch wenn man erst Jahre später wirklich kapiert, wozu etwas gut gewesen ist. An dieser Stelle zücke ich immer gern den ollen Kierkegaard: "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden."


Blöderweise trainiert man sich im Lauf des Lebens tatsächlich eine zunehmende Fehlerintoleranz an, eine Problemvermeidungshaltung. Dinge müssen gefälligst verlässlich klappen, sonst lässt man lieber die Finger davon. Nichts darf mehr schiefgehen, nichts mehr riskiert werden, so der Konsens. Schöne Idee, klappt natürlich nicht, gottlob. Erfahrung – oder meinetwegen: Erwachsensein – ist was Wunderbares, aber nicht, wenn damit gemeint ist, dass man immer schon alles vorher wissen muss. Sondern als Gelassenheitsinstrument, wenn die Dinge halt nicht so laufen wie gedacht.

Verbockt und gewonnen

Im April hat in Düsseldorf zum ersten Mal in Deutschland eine sogenannte Fuck-up-Night stattgefunden, ein Abend, bei dem sich Leute gegenseitig von ihrem Scheitern erzählten. Es muss eine ebenso lustige wie befreiende Nacht gewesen sein: Das Leben geht weiter, auch wenn man mal was verbockt hat oder nicht kann oder nicht will, es geht oft sogar viel besser weiter. Wenn diese Kolumne erscheint, bin ich gerade für eine Woche auf Spiekeroog, um die Insel und die Leute wiederzusehen, die ich während meines einmonatigen Aufenthalts im Februar kennen- und schätzen gelernt habe. Darunter auch den formidablen Kunst- und Sportlehrer Edgar, der mir damals, als ich schon an meinem Plan zu zweifeln begann, sagte, was er im Kunstunterricht immer sagt: "Manchmal muss man ein Bild einfach zurückstellen und irgendwann später daran weitermalen." Das Erwachsenste, was ich je zu dem Thema gehört habe.

Die Kolumne ...

... von Meike Winnemuth finden Sie schon immer donnerstags im stern

Themen in diesem Artikel
CO2-Paket2019
Habe mir gerade mal die heutige Koalitionsregelung durchgelesen. GAS soll angeblich bepreist werden, wie Flüssig- & Feststoff-Energien. Frage A: ERD-GAS soll laut früheren Aussagen KEIN bzw. KAUM "Abgase" erzeugen. Erdgas-Auto-Anlagen-Werbe-Slogan: "unser Abgas ist reines Wasser" Frage B: Wir haben Fernwärme (angeblich zu 100% aus RUSSEN-ERD-GAS) ZUDEM sind "unsere" Genossenschafts-Wohnbauten (angeblicher "Neubau" in 1989/90/91 (Erstbezug-Timeline 1991 bis 1992) und voll nach WEST-Standard gedämmt und entsprechend baurechtlich von Westbehörden abgenommen worden. Die Balkondämmungs-VOB-Baugewähr lief bspw. in "unserem" Block in 2006 ab. Die Anzahl der Blocks "unserer" Wohn-Genossenschaft beträgt rund 10 Blocks, die "zusammen in den NK abgerechnet werden" (und auf die m2 der Einzelnen Wohnungen "anteilmäßig umgelegt" werden). FAKTUM: Die jährlichen Heizkosten-VERBRÄUCHE liegen "bei uns" rund 50% niedriger als bei der Landeseigenen-Wohngesellschaft., auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Diese haben zur Außen-Sanierung nur "dick Farbe" auf die "dünn verputzten" Kieselstein-Fertigplattenbauten (aus gleicher Bauzeit) aufgetragen. Die Heizkostenstatistik stammt von den Grundsicherungsämtern, die die Miet- & NK von "Bedürftigen" ersatzweise übernehmen. Die Landes-Wohnbaugesellschaften gelten als Treiber der Miet- & NK. Hiermit wurde der Mietspiegel (laut Zahlen der BBU) "preistreibend beeinflusst". FRAGE C: Diese "neue Preistreiberei" NUN, mit der CO2-Bepreisung ab 2019 sowie die "Sanierung der früheren Minmal-Sanierung" wird auch "unseren Mietspiegel" drastisch weiter manipulieren, obwohl es 1. bei "uns" gar keinen "frischen" Handlungsbedarf gibt ! (vollsaniert, GAS-Fernwärme) 2. wir auch den Anbieter NICHT wechseln können, weil der wir Ferngas-Heizung-bestimmt sind, durch Baurecht. 3. weil die Landes-Wohnbausgesellschaft, das, was im eigentlichen Sinn KEINE Sanierung darstellt, als solche definiert (und auf den deren Mietpreis umlegt) ... (Unsinnsbeispiel): so schaffen die gerade die Müllschächte ab und kassieren dafür einen "WohnWerte-Aufschlag" bei den NK, der den Mietspiegel fürden gesamten Nahbereich anhebt. ... (Sanierungs-spielchen): ein Bekannter von mir musste, weil lediglich seine Block-Außenwände "bunt saniert" wurden, 400 Euro (Erstbezug nach Sanierung) für die selbe Wohnung monatlich mehr bezahlen. Er widersprach der Mieterhöhung und es ging vor Gericht. Das Gericht folgt der Landes-Wohnbaugesellschaft und deren Argument, der Bekannte würde schließlich "massiv Enegie einsparen" !!! .... das traf natürlich bis heute (5 Jahre später) niemals zu. Neben den Mietzusatzkosten (KM) sowie den Heizkostensteigerungen (NK) - bei gleichem, extrem hohen Verbrauch - wurde er doppelt bestraft. ... und der Mietspiegel sagt, der "graue" Ghetto-Bezirk sei nun ein "buter und gut sanierter" Luxus-Wohnbestandsbereich ! FRAGE D: demnach macht es auf KEINEN Sinn mehr, ERD-GAS-Taxen & -Busse einzusetzen, nur Wasserstoff- oder E-KFZ ????? SCHLUSSFRAGE: was passiert, wenn diese hohen NEUKOSTEN für die Verbraucher, durch die CO2-Bepreisung wieder einmal ein TEURER NULLEFFEKT -- ohne unabhängige Kontrolle und ohne Strafbewehrung wird ?? Ein 50 Milliarden-Märchen ... das bereits in Stufe 1 (bis 2022) scheitert ?? Vermutlich werden wieder die PRIVATEN Wohnanbieter und PRIVAT-Organisierten Wohn-Genossenschaften die LOOSER sein. Sowie die Verbraucher als Ganzes.
Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.