HOME

"Skyfarming" gegen den Welthunger: Reis der Zukunft wächst in Hochhäusern

In den zwanzigsten Stock fahren, um Reis zu ernten? Wissenschaftler der Uni Hohenheim wollen es möglich machen und den Reisanbau revolutionieren. Und dabei soll es ziemlich hoch hinaus gehen.

Reisanbau auf 20 oder sogar 50 Etagen? Für Agrarforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart ist das keine weltferne Zukunftsmusik, sondern ein greifbares Ziel. "Skyfarming" heißt ihr neue Konzept gegen den Hunger in der Welt, das Professor Folkard Asch am Dienstag im Schloss Hohenheim vorgestellt hat. Der Reis könnte in einem Hochhaus mit ausgeklügelter Technik selbst in großen Städten heranwachsen - unabhängig von Umwelteinflüssen das ganze Jahr über. Die Transportwege zu den Verbrauchern wären kürzer, und es würde weniger Wasser und Dünger benötigt. Die Wurzeln der Reispflanzen hängen dabei frei im Raum und werden über einen künstlich hergestellten Nahrungsnebel mit Nährstoffen und Flüssigkeit versorgt.

Ein Modell von einer solchen "Skyfarm" existiert bereits. Ein Prototyp könne wohl in fünf bis zehn Jahren stehen - wenn sich Geldgeber fänden, sagte Asch. Rund 12 bis 15 Millionen würde so ein Haus etwa kosten, schätzt er. Die Idee für das Mega-Gewächshaus hatten er und Professor Joachim Sauerborn Ende 2008 "über einem Bier" gehabt. Seitdem tüfteln Wissenschaftler im Team an der Umsetzung - mit bislang gerade mal 5200 Euro Zuschüssen, wie Asch betont. Derzeit feilen sie an den Details.

Ziel sei ein möglichst geschlossener Kreislauf, in den im Idealfall nur etwas regenerative Energie fließe und aus dem dann Reis herauskomme, erklärte Asch. "Da müssen wir noch ein bisschen dran arbeiten." Auch die Frage der optimalen Beleuchtung und das Problem von schädlichen Keimen beschäftige sie noch. Ein Vorteil des Systems sei, dass der Reis beim Heranwachsen durch das Haus transportiert werden könne - immer genau in die Zone, wo gerade die idealen Bedingungen herrschen.

Bevölkerung wächst - Ackerflächen sind begrenzt

Der Agrarforscher machte klar, dass die Weltbevölkerung bis 2050 voraussichtlich auf rund 9 Milliarden anwachsen wird. Die Ackerflächen seien begrenzt. Reis als wichtigstes Nahrungsgetreide liefere rund ein Fünftel des globalen Kalorienbedarfs. Allein bis 2035 müsse die Produktion um rund 17 Prozent gesteigert werden. "Die Städte werden zu schwarzen Löchern für Nahrung", sagte der Wissenschaftler voraus. Allein in Asien, wo der Reiskonsum sehr hoch sei, gebe es 15 Megastädte. Die knapp 35 Millionen Einwohner Tokios würden pro Tag insgesamt rund 5250 Tonnen Reis verspeisen, was der Ladung von etwa 130 großen Lastwagen mit 40 Tonnen entspreche. Ein Teil davon könne eines Tages vielleicht in der Stadt heranwachsen.

Anfangs seien sie mit ihrer Idee "abgewatscht" worden, berichtete Asch. Doch: "Das Interesse zuzuhören ist in den drei Jahren enorm gestiegen." Nachhaltige Produktion von Lebensmitteln in Städten werde zu einem immer wichtigeren Thema - auch vor dem Hintergrund weltweiter Nahrungssicherheit. Zunächst geht die Idee von Asch und Sauerborn erst einmal auf Reisen: Das Modell des "Skyfarming"-Hochhauses im Maßstab 1:333 tourt vom 1. Juni bis 15. Oktober auf dem Ausstellungsschiff "MS Wissenschaft" durch rund 35 deutsche Städte.

kave/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.