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Astronomie: Blick in eine ungewöhnliche Spiralgalaxie

Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop haben Astronomen einen detaillierten und tiefen Blick in eine ungewöhnliche Galaxie geworfen. Dabei haben sie eine rund 320 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernte spektakuläre Sterneninsel entdeckt.

Die "NGC 4921", wie die Sterneninsel auch genannt wird, liegt in der nördlichen Konstellation des Sternbildes Haar der Berenike (Coma Berenices) und ist eine der wenigen Spiralgalaxien im sogenannten Coma-Haufen.

Die Sterneninsel, oder Ringgalaxie, enthält mehr als 1000 weitere Nachbarsterne. Anders als bei einer gewöhnlichen Spiralgalaxie entstehen in ihren Spiralarmen kaum neue Sterne. Stattdessen ist sie vereinzelt von jungen blauen Sternen sowie von einem Ring filigraner Staubwirbel umgeben, die sie ein wenig mystisch erscheinen lassen.

Astronomen nehmen an, dass solche eher seltenen Sterneninseln mit ihren ringartigen Strukturen durch die Wechselwirkung zweier Galaxien entstehen. Dabei wird eine Spiralgalaxie in der Nähe ihres Zentrums von einer anderen Galaxie durchstoßen - ähnlich wie beim Bogenschießen. Beim Eindringen der fremden Galaxie addiert sich die Schwerkaft zu der des Kerngebietes der Spiralgalaxie, dadurch werden Gas und Sterne nach innen gezogen. Durch die unterschiedlich gerichteten Kräfte kommt es zu einer sogenannten Verdichtungswelle.

Auf dem detaillierten "Hubble"-Foto lässt sich nicht nur die blasse Spiralstruktur im Detail untersuchen, es zeigen sich im Hintergrund auch tausende weiter entfernte Galaxien verschiedener Formen, Farben und Größen, deren Licht zum Teil aus dem frühen Universum bis zur Erde leuchtet.

Für das Bild der Sterneninsel hatten Astronomen um Kem Cook vom Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien 50 verschiedene Aufnahmen durch einen Infrarot-Filter mit einer Gesamtbelichtungszeit von 27 Stunden mit einander kombiniert.

DPA / DPA
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