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Google-Manager springt aus Stratosphäre: Ein Höhenrekord für die Wissenschaft

Ein 57-jähriger US-Amerikaner übertrumpft Felix Baumgartner und springt aus 41 Kilometern Höhe auf die Erde. Im Vordergrund stand für sein Team jedoch nicht der Rekord sondern die Technik.

Google-Manager Alan Eustace flog mit einem Ballon in die Stratosphäre

Google-Manager Alan Eustace flog mit einem Ballon in die Stratosphäre

Der US-Amerikaner Alan Eustace hat mit seinem Stratosphärensprung Experten zufolge den Höhen-Rekord des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner gebrochen. Der 57-Jährige schwebte am Freitag mit einem Helium-Ballon in eine Höhe von 41,42 Kilometern. Dann entkoppelte er den Ballon und ließ sich fallen. Wie Baumgartner soll Eustace ebenfalls Überschallgeschwindigkeit erreicht haben, teilte die Firma Paragon Space Development Corporation mit, die den Rekordversuch unterstützt hatte.

Im Gegensatz zu Baumgartners Sprung, der weltweit mit großem Aufwand von Red Bull vermarktet worden war, wollte das Team von Eustace beweisen, dass ihre Technik die bessere sei, sagte der Gründer von Paragon gegenüber "Spiegel Online". Eustace Anzug sei mit einer Vorrichtung versehen worden, die verhindern sollte, dass der Springer während des Flugs unkontrolliert zu Trudeln beginnt. Zudem spielte der Anzug Amerikaners eine bedeutende Rolle, da er gleichzeitig die Funktion einer Raumkapsel übernahm. Baumgartner war hingegen in einer Kapsel in die Höhe gestiegen und sprang dann von einer Plattform ab. Zudem kam Baumgartner während des Falls ins Trudeln.

Start in Roswell

Baumgartner war vor gut zwei Jahren aus einer Höhe von gut 39 Kilometern gesprungen. Während es bei seinem Rekord viel Medienaufmerksamkeit und eine Live-Übertragung im Internet gab, wurde der Sprung des Amerikaners erst nachträglich bekannt. Das Onlineportal space.com veröffentlichte am Samstag Fotos und ein Video von Eustaces Sprung. Seinen Angaben nach stellte der Amerikaner mehrere neue Rekorde auf: US-Rekord für den höchsten Fallschirmsprung, Weltrekord für den längsten freien Fall mit einem Bremsschirm und US-Rekord für die höchste Fallgeschwindigkeit.

Beim Start auf einer verlassenen Rollbahn in Roswell, New Mexico war unter anderem ein Technologie-Reporter der "New York Times" dabei. Auch Baumgartner war am 14. Oktober 2012 in Roswell gestartet. Eustace landete etwa hundert Kilometer von der Landebahn entfernt, hieß es bei space.com. Der 57-Jährige ist von Beruf Computerfachmann und hat bei seinem Arbeitgeber Google den Titel eines Senior Vize-Präsidenten für Wissen hält.

Er erreichte seine Sprunghöhe laut Paragon in rund zweieinhalb Stunden. Er habe dann etwa 30 Minuten oben verbracht. "Man konnte die Dunkelheit des Weltalls und Schichten der Atmosphäre sehen", sagte er der "New York Times".

1323 Stundenkilometer

Im Gegensatz zu Baumgartner verzichtete Eustace auf eine Kapsel und ließ sich nur in seinem Nasa-Spezialanzug am Ballon befestigt nach oben befördern. Den Fallschirm öffnete er in einer Höhe von rund 5,5 Kilometern. Zuvor hatte er etwa viereinhalb Minuten nach dem Absprung seinen Flug bereits mit einem Mini-Schirm stabilisiert. Die Höchstgeschwindigkeit habe 822 Meilen (knapp 1323 Kilometer) pro Stunde erreicht.

Der Welt-Luftsportföderation werde eine Absprunghöhe von 135.890 Fuß gemeldet, schrieb die "New York Times". Der Wettbewerbs-Chef der amerikanischen Fallschirmsprung-Assoziation habe den Rekord verifiziert.

Bei Baumgartner hatte der Getränke-Anbieter Red Bull die Aktion finanziert. Eustace sagte der Zeitung, Google sei bereit gewesen, sein Projekt zu unterstützen. Er habe dies aber abgelehnt, weil er seinen Sprung nicht in einen Marketing-Event für Google verwandeln wollte. Eustace habe bereits seit 2011 an dem Projekt gearbeitet. Dabei seien unter anderem diverse Teile der Ausrüstung neu entwickelt worden.

ono/DPA / DPA