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Diät-Erfolg: Vom Pummelchen zum Personal-Trainer

Wer sich im Fitness-Studio von Oliver Sanne trainieren lässt, hat wohl den besten Ansporn, um abzunehmen direkt vor Augen. Denn der Personal Trainer war selbst übergewichtig, verlor aber durch eisernes Training und gesunde Ernährung innerhalb kürzester Zeit 30 Kilo.

• Oliver Sanne, 22, Personal Trainer
• Minus 30 Kilo
• Von 120 auf 90 Kilo in dreieinhalb Monaten

"So lässig hätte ich mich vor zwei Jahren nie an den Rand eines Pools gesetzt. Damals wog ich bei einer Größe von 1,93 Meter ganze 120 Kilo. Ich war der unauffällige Typ im weiten Pulli, der nach der Schule am Computer spielte und fette Hausmannskost aß. Wenn ich an damals denke, glaube ich, dass es mir an Ehrgeiz und einer Richtung im Leben fehlte.

An einem Samstag im Sommer 2006 sah mich mein älterer Bruder länger an als sonst und sagte: "Olli, langsam ist das ein bisschen viel". Er zeigte auf meinen Bauch. Mir war das unangenehm, denn ich bewundere ihn sehr. Er ist sportlich, hat Jura studiert und gilt als der Disziplinierte in der Familie. Reumütig trottete ich hinter ihm her, als er mir sein Fitness-Studio zeigte. Dort, zwischen den Leuten, die wirklich nicht alle Traumkörper hatten, legte sich in mir ein Schalter um. Ich weiß nicht mehr, ob ich es in dem Moment nur mir oder meinem Bruder beweisen wollte - aber ich entschied mich, schlanker zu werden.

Zusammen mit einem Coach arbeitete ich ein Programm aus. Vier Mal die Woche trainierte ich auf Laufband und Rad für jeweils eine Stunde. Vier Mal die Woche stemmte ich jeweils eine Stunde lang Hanteln und trainierte an Geräten für den Muskelaufbau. Ich aß wenig Kohlenhydrate. Morgens nur Haferflocken, sonst viel Gemüse, helles Fleisch, Obst. Ich fand es erstaunlich, wie die Kilos purzelten. Es war jedes Mal wie Weihnachten, wenn ich mich wog. In dreieinhalb Monaten verlor ich 30 Kilo.

Früher musste ich immer selbst auf Frauen zugehen. Heute fragen mich Frauen nach meiner Nummer. Nach einem Jahr im Studio wurde ich selbst Personal Trainer. Ich zeige Kunden immer zuerst ein altes Foto von mir. Unglaublich, wie ich zu meiner "dicken" Zeit aussah! Das spornt die Leute unglaublich an.

Noch immer bekomme ich Heißhunger-Phasen. Das wird auch nie vorbei gehen, aber ich habe den Heißhunger in mein Leben eingebaut. Einen Tag in der Woche esse ich nur dummes Zeug: Pizza, Chips, Hamburger, Sahne-Pasta. Ich freue mich darauf. Aber das ist nichts gegen das, was ich empfinde, wenn ich sehe, dass sich langsam Muskeln an meinem Bauch abzeichnen."

Andin Tegen / print
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