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Hintergrund: Amok - die unkontrollierbare Wut

99 Prozent der Amokläufer sind männlich, oft bieder und neigen zu Selbstüberschätzung. Am Ende des Amoklaufs folgt nicht selten der Selbstmord.

Amokläufer wie der Schütze aus der Oberpfalz sind zumeist Menschen mit unbewältigten psychischen Problemen. Bei den Tätern haben sich Angst, Eifersucht, Scham oder Demütigung so lange aufgestaut, bis die daraus entstandene Wut für sie unkontrollierbar wird. Die Gefühle können sich dann in Verwirrung oder Affekt in blindwütigem Töten entladen.

Die Abgrenzung zwischen einer Amoktat und anderen Gewaltverbrechen kann schwierig sein. Insbesondere bei Familientragödien sind die Ursachen oft schwer zu ergründen. Auffällig ist, dass in 99 Prozent der Fälle Männer die Amokläufer sind. Meist benutzen die Täter Schusswaffen. In einigen Fällen der vergangenen Jahre wurden auch wahllos Menschen erstochen oder überfahren.

Der typische Amokläufer ist nach Erkenntnissen der Polizeipsychologen bieder und unauffällig, zeigt seine Gefühle nicht und neigt zu Selbstüberschätzung. Neben psychisch schon länger kranken Tätern gibt es auch Amokläufer, die aus banalen Gründen plötzlich ausrasten. Viele Amokläufer richten nach der Tat, die in bestimmten Fällen als "erweiterter Selbstmord" angesehen wird, die Waffe gegen sich selbst.

Das Wort Amok stammt aus der malaiischen Sprache und bedeutet Wut oder wütend. Es wurde von den Europäern übernommen, weil die ersten Fälle von Amokläufen aus dem malaiischen Raum bekannt wurden.

DPA / DPA
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