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Missgebildetes Kind: Lakshmi erfolgreich operiert

In einem 27-stündigem Eingriff haben indische Ärzte der kleinen Lakshmi vier Gliedmaßen entfernt. Das Mädchen sei zwar noch schwach, aber dennoch wohlauf. Die Operation war die erste dieser Art in ganz Südasien.

Die Operation eines Mädchens mit vier Armen und vier Beinen in einer indischen Spezialklinik ist erfolgreich abgeschlossen worden. Der Zustand der zweijährigen Lakshmi sei nach dem 27-stündigen Eingriff stabil, erklärte ein Sprecher des Sparsh-Hospitals im südindischen Bangalore. Eine genauere Aussage könne aber erst nach weiteren 72 Stunden getroffen werden. "Wir sind jedoch optimistisch, dass das Kind überlebt", sagte der Chefarzt Sharan Patil auf einer Pressekonferenz. Chirurgen hatten damit begonnen, die am Becken des Mädchens angewachsenen vier zusätzlichen Gliedmaßen zu entfernen.

Nach der Operation, die ursprünglich 40 Stunden andauern sollte, wurde Lakshmi auf die Intensivstation verlegt. Ihre Eltern seien bei ihr, berichtete die Nachrichtenagentur IANS. "Die erfolgreiche Operation ist ein Geschenk für das ganze Land", sagte Chefarzt Patil der Agentur. Es sei die erste dieser Art in ganz Südasien gewesen. "Der Eingriff war äußerst kompliziert, denn Lakshmi ist noch sehr jung und schwach." Alle Beteiligten seien erleichtert.

Das Mädchen Lakshmi ist nach der vierarmigen indischen Gottheit für Wohlstand und Schönheit benannt. Bevor sie von Chefarzt Patil im ostindischen Bundesstaat Bihar entdeckt wurde, hatten ihre Eltern vergeblich Hilfe in anderen Kliniken des Landes gesucht.

Lakshmi ist nach Angaben der Sparsh-Stiftung, die die Operation finanziert hat, ein sehr seltener Fall einer Verschmelzung, die nur bei zwei Prozent aller Siamesischen Zwillinge vorkommt. Die vier zusätzlichen Gliedmaßen waren am Beckenknochen des Mädchens angewachsen und gehörten zu einem zweiten unterentwickelten Körper. Statistisch wird nach Angaben von IANS bei jeder 200.000. Geburt ein Siamesisches Zwillingspaar zur Welt gebracht. Die Überlebenschancen für diese Kinder seien jedoch gering.

DPA / DPA
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