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Neue Studie: Männer und Frauen reden gleich viel

Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch - so lautet der Spruch, der das Klischee von den wortkargen Männern und den redseligen Frauen widerspiegelt. Stimmt nicht, sagen amerikanische Wissenschaftler, die den Wortfluss von Männern und Frauen gemessen haben.

Gerade mal 500 Worte mehr redeten die Frauen in der Studie mehr als die Männer - das ist "statistisch unbedeutend", sagen die Forscher

Gerade mal 500 Worte mehr redeten die Frauen in der Studie mehr als die Männer - das ist "statistisch unbedeutend", sagen die Forscher

Was den Wortfluss betrifft, unterscheiden sich Männer und Frauen wenig. Das ergab eine Studie eines Teams von Psychologen um Matthias Mehl von der Universität von Arizona in Tuscon. Die Wissenschaftler hatten ein kleines Gerät entwickelt, das sich alle 12,5 Minuten einschaltete und die gesprochenen Worte seines Trägers für 30 Sekunden aufnahm, ohne dass sich dieser des Prozesses bewusst war oder ihn beeinflussen konnte. Am Ende wurde die Wortzahl pro Teilnehmer auf den Tag hochgerechnet.

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Unterschied "statistisch nicht bedeutend"

An 396 Studenten in den USA und Mexiko hatten die Forscher über einen Zeitraum von zwei bis zehn Tagen ihre Messungen gemacht. Das Ergebnis: 16.215 Wörter bei den Frauen, 15.669 bei den Männern - ein Unterschied von 546 Wörtern. "Statistisch nicht bedeutend", stellen die Wissenschaftler im Fachblatt "Science" fest.

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"Was ist schon ein Unterschied von 500 Wörtern im Vergleich zum 45.000-Wörter-Unterschied zwischen der gesprächigsten und der am wenigsten redseligen Person" der Studie, erklärte Matthias Mehl, Psychologiedozent an der Universität von Arizona, der die Studie leitete. Der schweigsamste Teilnehmer, ein Mann, sprach am Tag lediglich 500 Wörter, während ein anderer Mann mehr als 45.000 Wörter mehr verwendete.

Frühere Zahlen konnten nicht belegt werden

Koautor James Pennebaker, Leiter der psychologischen Fakultät an der Universität Texas, sagte, viele Menschen glaubten an das Stereotyp der geschwätzigen Frau und des einsilbigen Mannes. Es gebe aber keine großangelegte Studie, in der die Unterhaltungen einer größeren Zahl Menschen über einen längeren Zeitraum systematisch festgehalten wurden.

Tatsächlich gebe es eine Untersuchung, die sich auf den Arbeitsplatz bezog, wonach Männer mehr redeten. Dennoch finde sich seit Jahren in populären Büchern und Zeitschriften die Behauptung, dass Frauen im Schnitt 20.000 Wörter pro Tag von sich gäben, Männer nur 7.000. Einen Beleg für diese häufig gedruckten Zahlen fanden die Wissenschaftler nirgends. Diese Relation sei daher in den Bereich der urbanen Legenden einzuordnen, sagte Pennebaker.

AP/DPA / AP / DPA
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