Sexualhormone Fortpflanzungsfähig? Ein Blick genügt


Frauen mit vielen weiblichen Sexualhormonen wirken auf ihr Gegenüber attraktiv und gesund. Forscher vermuten, dass dieser Mechanismus dazu dient, die Fortpflanzung sicher zu stellen.

Frauen mit hohen Werten weiblicher Sexualhormone wirken femininer, gesünder und attraktiver. Das haben britische Wissenschaftler in Tests mit Männern und Frauen gezeigt. Benutzt eine Frau jedoch Make-up, so hat der Hormonspiegel keinen messbaren Einfluss mehr auf ihre Attraktivität. Ihre Ergebnisse stellen die Wissenschaftler um Law Smith von der Universität in St. Andrew im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society: B" vor.

Die Forscher hatten für ihre Tests die Gesichter von 56 jungen Frauen fotografiert und deren Werte der Sexualhormone Progesteron und Östrogen bestimmt. 15 Frauen und 14 Männer hatten anhand der Bilder zu beurteilen, wie attraktiv, gesund und feminin die Frauen wirkten. Hierbei erreichten die Frauen mit hohen Östrogenspiegeln deutlich bessere Bewertungen - unabhängig davon, ob sie von Männern oder Frauen beurteilt wurden. Der Wert des Hormons Progesteron hatte hingegen nur einen geringen Einfluss.

Make-up verwirrt die natürliche Auslese

Bei den Frauen, die beim Fotoshooting Make-up aufgetragen hatten, konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Hormonspiegel und der Attraktivität beobachten. Das Erscheinungsbild der Haut wirke sich wohl besonders stark auf diese Einschätzung aus, erklären die Wissenschafter.

Für einen weiteren Test setzten die Forscher aus den Bildern der zehn Frauen mit den höchsten Hormonspiegeln und den zehn mit den niedrigsten Werten jeweils ein Foto zusammen, das also eine Art Mittelwert dieser Gesichter bildete. Obwohl beide Bilder sich auf den ersten Blick sehr ähneln, wirkte das aus den Frauengesichtern mit den hohen Hormonspiegeln zusammengesetzte Bild auf die Probanden deutlich attraktiver als das andere Bild.

Der Mensch habe in seiner Evolutionsgeschichte offenbar gelernt, schon mit einem Blick ins Gesicht auf den hormonellen Zustand einer Frau und damit auf ihre mögliche Reproduktionsfähigkeit zu schließen, erklären die Wissenschaftler ihre Ergebnisse.

DDP DDP

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