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Stratosphären-Stunt Baumgartner gelingt Rekordsprung aus 39 Kilometern Höhe


Das lange Warten hat sich gelohnt: Felix Baumgartners spektakulärer Sprung aus der Stratosphäre ist geglückt. Der Extremsportler überbot dabei sogar einen seiner angepeilten Rekorde.

Einmal in die Stratosphäre und dann rasend schnell wieder zurück: Der Rekordsprung des Extremsportlers Felix Baumgartner ist geglückt. Der Österreicher überbot dabei sogar die eigentlich angepeilte Höhe von 36,5 Kilometern und sprang aus etwa 39.000 Metern aus seiner von einem Heliumballon getragenen Kapsel. Anschließend durchbrach er nach Angaben der Organisatoren als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer.

Ob er in seinem Spezialanzug tatsächlich eine Geschwindigkeit von mehr als 1100 km/h erreicht hat, soll offiziell erst in einigen Tagen nach der genauen Auswertung aller Messwerte feststehen. Nach einer ersten Experteneinschätzung raste Baumgartner aber 15 Prozent schneller als der Schall in Richtung Erde.

Bei einer Geschwindigkeit von über 1100 Kilometern pro Stunde kommt Baumgartner ins Trudeln, wie die Übertragung der Infrarotkamera zeigte. "Ein paar Sekunden habe ich geglaubt, ich verliere das Bewusstsein. Ich habe versucht auszugleichen, aber ich war immer eine halbe Sekunde zu spät dran", so Baumgartner. Weltweit halten Zuschauen den Atem an, doch er konnte die lebensgefährliche Situation schließlich handhaben und sich stabilisieren.

Mehr als vier Minuten verbrachte Baumgartner im freien Fall , bevor er seinen Fallschirm öffnete. Der Extremsportler stellte bei seiner waghalsigen Aktion neben der höchsten erreichten Geschwindigkeit im freien Fall gleich mehrere weitere Bestleistungen auf: Er hat die längste Strecke im freien Fall zurückgelegt. Er hat die höchste bemannte Ballonfahrt absolviert und er hat den Rekord für den höchsten Absprung der Welt eingestellt, der seit 52 Jahren von dem US-Piloten Joe Kittinger gehalten wurde (31.332 Meter). Kittinger unterstützte Baumgartner als Berater. Da der Österreicher den Fallschirm früher als geplant auslöst, bleibt der Rekord des längsten freien Falls ungebrochen seinem Mentor Joe Kittinger (84). "Das hat er verdient. Diesen Rekord sollten wir ihm lassen", sagte Baumgartner.

Putzmuntere Landung in der Wüste

Fast alles lief bei dem Spektakel nach Plan: Auf rund 39 Kilometern Höhe verließ Baumgartner nach einem letzten Check seine Kapsel, trat auf eine Plattform, salutierte und stürzte sich nur von einem speziellen Druckanzug geschützt in die Tiefe. Nach gut 30 Sekunden freien Falls soll er Schallgeschwindigkeit erreicht haben. Dann bremste die dichter werdende Luft ihn wieder ab.

Sicher und sichtlich putzmunter landetet der Sportler mit seinem Fallschirm in der Wüste und gab direkt ein erstes Interview. Im freien Fall war er kurzzeitig ins Trudeln geraten, hatte sich dann aber selbst stabilisieren können.

Im Vorfeld wurde immer wieder betont, dass man mit dem Projekt wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Raumfahrt gewinnen wolle. Der Nutzen ist aber unter Experten umstritten. Die Kosten werden auf rund 50 Millionen Euro geschätzt, Sponsor Red Bull äußert sich dazu nicht offiziell. Die Werbewirkung des stundenlang in alle Welt übertragenen Spektakels wurde schon vor dem erneuten Versuch am Sonntag auf Hunderte Millionen Euro geschätzt.

mad/dpa DPA

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