Arktis Sterben die Eisbären aus?


Das Eis in der Arktis schmilzt - darüber sind sich die Experten einig. Strittig ist hingegen weitgehend, was das für die Tierwelt bedeutet. Die Dokumentation "Königreich Arktis", die nun im Kino startet, wirft viele Fragen zum Schicksal der Eisbären auf. Der stern beantwortet die wichtigsten.
Von Axel Bojanowski

Der König der Arktis muss - außer Jägern - niemanden fürchten, denn er steht an der Spitze der Nahrungskette. Der Eisbär (Ursus maritimus) ist ein Allesfresser, auch Menschen passen ins Beuteschema. Seine Lieblingsspeise sind allerdings die besonders nahrhaften Robben. 60 bis 80 Exemplare verspeist ein Eisbär pro Jahr.

So lauert er auf der Suche nach Futter gerne an Wasserlöchern im Eis. Taucht eine Robbe zum Luftholen auf, wird sie mit einem Schlag der Pranke getötet. Deren Ausmaße sind außergewöhnlich: Sie hat die Größe eines Telefonbuchs, die scharfen Krallen sind so lang wie kleine Finger. Eisbären streifen meist als Einzelgänger über die eisbedeckten Weiten Kanadas, Grönlands, Russlands, Norwegens und Alaskas.

Nur im April und Mai finden sie sich zum Paaren zusammen. Im Winter werden die Jungen geboren, häufig sind es Zwillinge. In einer Schneehöhle, die die Mutter gräbt, verbringen sie die ersten Monate. Der Start ins Leben ist hart für die kleinen Bären: Sechs von zehn Jungtieren sterben im ersten Lebensjahr; viele verhungern, manche werden getötet - meist von anderen, erwachsenen Eisbären. Sind die Tiere einmal ausgewachsen, wiegen sie bis zu einer halben Tonne.

Eisbären gibt es seit etwa 200.000 Jahren. Sie stammen wahrscheinlich von Braunbären ab, die isoliert in Sibirien lebten und sich allmählich der eisigen Umwelt anpassten. Die bietet den Eisbären auch im Winter Nahrung, sodass Ursus maritimus, im Gegensatz zu seinen braunen Verwandten, keinen Winterschlaf halten muss. Die meisten Eisbären werden 15 bis 18 Jahre alt; im Londoner Zoo erreichte einer sogar das stolze Alter von 41 Jahren.

print

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker