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Erbgut entschlüsselt: Tomaten könnten bald lecker werden

Forscher haben das Erbgut von zwei Tomatensorten entschlüsselt und dabei auch Geschmacksgene identifiziert. Dies gibt Hoffnung, dass das neue Wissen wohlschmeckende Früchte trägt.

Das Erbgut von Tomaten ist entschlüsselt. Nun lassen sich aromatische Tomaten züchten.

Das Erbgut von Tomaten ist entschlüsselt. Nun lassen sich aromatische Tomaten züchten.

Tomaten und Kartoffeln unterscheiden in sich ihrem Erbgut nur um acht Prozent. So schmecken Tomaten vielfach auch - von fruchtig-saftiger Süße oft keine Spur. Das könnte sich aber bald ändern. Forscher haben das Genom von Tomaten entschlüsselt - und damit die Möglichkeit geschaffen, gezielt aromatische Tomaten zu züchten.

Ein internationales Forscherteam hat zwei Tomatensorten sequenziert, die aus Südamerika stammende Wildform und die Zuchttomate namens Heinz 1706. Beide Arten unterscheiden sich nur um 0,6 Prozent voneinander.

Die detaillierte Karte zeigt die Position und die Richtung aller 35.000 Gene, die auf zwölf Chromosomen liegen, schreiben die Forscher um James Giovannoni von der Cornell University im Fachjournal "Nature". Das sind mehr Gene als der Mensch hat; für Pflanzen ist die Anzahl aber nicht ungewöhnlich.

Zum Entschlüsseln des Erbguts brauchten die Wissenschaftler vom Tomato Genome Consortium mehrere Jahre. Sie hätten auch Schlüsseleigenschaften der Tomate wie Geschmack identifiziert, berichten sie. Doch das neue Wissen könnte nicht nur zu geschmacklich verbesserten Früchten führen, sondern auch zur Züchtung von schädlingsresistenten Tomatenpflanzen.

Außerdem sind die neuen Erkenntnisse auch für andere Gemüsesorten interessant. Da Auberginen und Paprika ebenfalls zu den Nachtschattengewächsen gehören, könnten zahlreiche Forscherteams von dem Tomatengenom profitieren, sagte Mitautorin Christiane Gebhardt vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung. Möglicherweise verbessert sich daher bald auch der Geschmack von Paprika und Auberginen.

maj/DPA / DPA
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?