Erdbebenopfer Ratten als Retter


Ratten sollen künftig ähnlich wie Suchhunde Erdbebenopfer aufspüren. US-Forscher haben die Nager dazu speziell auf den Geruch von Menschen trainiert.

Den speziell ausgebildeten Tieren wurden Elektroden ins Hirn eingepflanzt. Bei einem Fund übermitteln die Elektroden im Rattenhirn und ein Überwachungsgerät auf dem Rücken der Tiere die entsprechenden Daten. Die Spür-Ratte des Forscherteams vom Pentagon und von US-Universitäten stellt das britische Fachmagazin "New Scientist" (Nr. 2466, S. 21) vor.

Das Signal eines gefundenen Menschen kommt direkt aus dem Gehirn

Ratten haben ein sehr guten Geruchssinn und passen durch die kleinsten Öffnungen und Ritzen. Damit sind sie nach Meinung der Forscher prädestiniert dafür, verschüttete Erdbebenopfer zu finden. Wenn ein Hund etwas entdecke, mache er eine bestimmte Bewegung, um den Helfer zu alarmieren. "Statt einer bestimmten Bewegung der Ratte, erhalten wir das Signal direkt aus ihrem Gehirn", sagte Neurowissenschaftler John Chapin von der State University of New York in Brooklyn.

In einem Test bekam jede Ratte Elektroden in drei verschiedene Gehirnregionen implantiert. Die Forscher kontrollierten die Gehirnströme im Geruchs-, Belohnungs- und Bewegungszentrum der Tiere. Die Forscher trainierten die Ratten darauf, nach dem Geruch von Menschen zu suchen, indem sie bei einem erfolgreichen Fund das Belohnungszentrum der Ratten stimulierten. Dabei konnten die Forscher zugleich jene Gehirnströme identifizieren, die bei einem erfolgreichen Fund aktiv werden. Die Signale des Rattenhirns wurden in ein Gerät auf dem Rücken der Ratten übertragen.

Helfer können die Ratten durch das Gerät zugleich orten und anhand der Gehirnströme sehen, wenn die Tiere einen menschlichen Geruch gewittert haben. Die Forscher hoffen, innerhalb der kommenden neun Monate ein einsatzfähiges System anbieten zu können.

DPA


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