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Die Morgenlage: Elektroden an den Schläfen: Urteil im spektakulären Stromschlag-Prozess wird erwartet

Einigung bei Libyen-Gipfel in Berlin +++ Heikle Pro-Waffen-Demo in Virginia +++ Prozess um Spionage in der Bundeswehr +++ Tennis: Australian Open beginnen +++ Die Nachrichtenlage am Montag.

Vorrichtung um Stromstöße zu verabreichen

Mit dieser Apparatur haben sich Frauen auf Drängen eines falschen Arztes Stromstöße verabreicht. Im Stromstoß-Prozess soll heute das Urteil fallen. 

DPA

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

Wozu ein falscher Mediziner junge Frauen und Mädchen gebracht hat, ist kaum zu glauben. Da ist von Elektroden an den Schläfen die Rede und von Nägeln in Steckdosen. Heute um 14 Uhr soll am Landgericht München II das Urteil im sogenannten Stromschlag-Prozess fallen.

Die Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft für den Angeklagten und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Der Informatiker aus Würzburg hat zugegeben, sich als Arzt ausgegeben und Frauen per Skype dazu gebracht zu haben, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Die Beweislast war erdrückend: Weil er das Ganze aufzeichnete, gibt es Dutzende Video-Dokumente. Angeklagt ist er wegen 88-fachen versuchten Mordes. Zu Beginn des Prozesses entschuldigte er sich bei einem seiner Opfer: "Ich wollte nur mal sagen, dass das ein moralischer Fehler war und schlecht war."

Was heute Morgen sonst noch wichtig ist? Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Friedensgipfel einigt sich auf umfassenden Libyen-Plan

Die Teilnehmer der Berliner Libyen-Konferenz haben sich nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf umfassende Schritte für eine politische Lösung des Konflikts in dem Bürgerkriegsland geeinigt. "Wir können feststellen, dass alle einig sind, dass wir das Waffenembargo respektieren wollen", sagte Merkel am Sonntagabend in Berlin. Übereinstimmung bestehe auch darin, dass es keine militärische Lösung für den Konflikt gebe und solche Versuche das Leid der Menschen nur vergrößern würden. Zu den Teilnehmern des Gipfels gehörten nicht nur die libyschen Kontrahenten, Regierungschef Fajes al-Sarradsch und General Chalifa Haftar, sondern auch die Präsidenten Putin (Russland) und Erdogan (Türkei), Premier Johnson (Großbritannien), US-Außenminister Pompeo, UN-Generalsekretär Guterres und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. Heute werden die EU-Außenminister die Ergebnisse des Gifpels in Brüssel beraten. Bundesaußenminister Maas (SPD) und der EU-Außenbeauftragte Borrell werden ihre Kollegen informieren.

Video: Merkel: General Haftar sagt Einhaltung von Waffenruhe in Libyen zu



Das wird heute wichtig:

Pro-Waffen-Demonstration in Virginia - Ausschreitungen befürchtet

Waffenbefürworter wollen heute um 17 Uhr MEZ in Richmond im US-Bundesstaat Virginia zu einer Kundgebung zusammenkommen. Aus Sorge vor Ausschreitungen und bewaffneten Auseinandersetzungen erklärte der demokratische Gouverneur Ralph Northam vergangene Woche den Ausnahmezustand für Richmond und verhängte ein Waffenverbot für den Platz vor dem Kapitol in der Stadt. Es gebe Informationen, wonach gewaltbereite private Milizen und Hassgruppen "böswillige Handlungen" bei der Demonstration planten. Bürger der Stadt wurden aufgerufen, sich nicht in der Innenstadt aufzuhalten, wenn nicht zwingend notwendig. Heute ist in den USA ein nationaler Feiertag zum Gedenken an den Bürgerrechtler Martin Luther King.

Auftakt zum Prozess wegen Spionage bei der Bundeswehr

Ein Prozess wegen mutmaßlicher Spionage bei der Bundeswehr beginnt heute vor dem Oberlandesgericht Koblenz. Wegen Landesverrats in einem besonders schweren Fall ist ein einstiger Übersetzer und landeskundlicher Berater bei der Bundeswehr in Daun angeklagt. Außerdem soll der 51-jährige Deutsch-Afghane in 18 Fällen Dienstgeheimnisse verletzt haben. Der frühere Zivilangestellte gab der Anklage zufolge unter Missbrauch seiner verantwortlichen Stellung militärische Staatsgeheimnisse an einen iranischen Nachrichtendienst weiter. Er sitzt in Untersuchungshaft. Angeklagt wegen mutmaßlicher Beihilfe ist auch seine Frau. 

Haute-Couture-Schauen in Paris beginnen

In Paris beginnen die Haute-Couture-Schauen. Bis Donnerstag werden auf den Laufstegen ausschließlich maßangefertigte und handgenähte Einzelstücke zu sehen sein, die so aufwendig gemacht sind, dass sie um die 100.000 Euro kosten können. Einer der Höhepunkte der Woche wird die Show von Jean Paul Gaultier am Mittwochabend sein. Der legendäre französische Modeschöpfer kündigte an, seine allerletzte Haute-Couture-Show zu zeigen. Daneben präsentieren auch Marken wie Chanel, Christian Dior oder Givenchy ihre Kollektionen für den Frühjahr/Sommer. 

Australian Open beginnen mit vier deutschen Tennisprofis

Bei den Australian Open sind am ersten Turniertag vier deutsche Tennisprofis im Einsatz. Julia Görges hat für einen erfolgreichen deutschen Auftakt gesorgt. Die 31 Jahre alte Tennisspielerin aus Bad Oldesloe ließ in Melbourne ihrer Erstrunden-Gegnerin Viktoria Kuzmova keine Chance und gewann gegen die Slowakin deutlich mit 6:1, 6:2. In nur 56 Minuten beendete die Weltranglisten-39. ihren überzeugenden Auftritt. 

"Es war eine sehr konzentrierte, solide Leistung. Ich habe sehr kontrolliert, aggressiv gespielt", sagte Görges. "Ich habe mein Ding durchgezogen und bin sehr zufrieden, wie ich gespielt habe." Am Mittwoch trifft die deutsche Fed-Cup-Spielerin nun auf die Kroatin Petra Martic, die an Position 13 gesetzt ist. 

Jan-Lennard Struff fordert in der Nightsession in der Rod-Laver-Arena den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic heraus. Zudem spielt Philipp Kohlschreiber gegen Marcos Giron aus den USA, Cedrik-Marcel Stebe bekommt es mit dem Franzosen Benoît Paire zu tun. Die beiden besten deutschen Tennisprofis Angelique Kerber und Alexander Zverev greifen erst am Dienstag ins Turniergeschehen ein. Für den Fall, dass der Rauch als Folge der australischen Buschfeuer nach Melbourne zurückkehrt, haben die Veranstalter Regeln aufgestellt, wann die Spiele unterbrochen werden.

Deutsche Handballer bei EM gegen Gastgeber Österreich gefordert

Für die deutschen Handballer kommt es bei der Europameisterschaft zum Charaktertest. Nach dem vorzeitig verpassten Halbfinale will sich die DHB-Auswahl mit einem Sieg gegen Co-Gastgeber Österreich heute (20.30 Uhr/ARD) zumindest die Chance auf das bedeutungslose Spiel um Platz fünf erhalten. Beide Teams verfügen in der Hauptrundengruppe I über jeweils 2:4 Punkte. Bundestrainer Christian Prokop kann wieder auf den gegen Kroatien kurzfristig ausgefallenen Kreisläufer Johannes Golla vom deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt zurückgreifen.

tkr