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Ermittlung gegen unbekannt: Seltene Reiher vergiftet

Vogelschützer haben bei Colmberg im Landkreis Ansbach mehr als ein Dutzend vergiftete Reiher gefunden; drei davon gehörten zur streng geschützten Art der Silberreiher. Ermittlungen wurden eingeleitet. Die vorsätzliche Tötung kann mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden.

Mehr als ein Dutzend Reiher wurden im bayrischen Colmberg anscheinend vergiftet. Eine Untersuchung des Veterinäramtes Ansbach habe ergeben, dass einige Tiere Fische gefressen hatten, die mit dem hochgiftigen Insektizid E605 getränkt worden seien, berichtete ein "Komitee gegen den Vogelmord" (Bonn). Der Fall sei bei der Staatsanwaltschaft Ansbach angezeigt worden.

Ein Sprecher der Anklagebehörde bestätigte am Montag, es seien inzwischen Ermittlungen gegen unbekannt eingeleitet worden. Die vorsätzliche Tötung von streng geschützten Silberreihern stelle einen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz dar und könne mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Die Tötung von Graureihern, die einen geringeren Schutzstatus als Silberreiher hätten, sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Als mögliches Motiv für die Tötung der Reiher vermuten die Vogelschützer Ärger von Teichwirten über die Fischräuber. Reiher gelten bei Anglern und Teichbesitzern als unerwünschte Konkurrenz und Schädlinge. "Wir haben die Staatsanwaltschaft darauf aufmerksam gemacht, dass sich in der Nähe des Fundorts der toten Tiere eine Fischzucht befindet", betonten die Vogelschützer laut Mitteilung. Bereits Anfang Februar waren bei Wallersdorf (Landkreis Ansbach) neun tote Reiher entdeckt worden, denen fachmännisch Brustmuskeln entfernt worden waren, um einen Giftnachweis zu verhindern.

DPA / DPA