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Exotische Haustiere: Manche Tierbesitzer lieben's wild

Ein Affe, ein Bär oder eine Python als Hundeersatz? Exotische Haustiere zu halten ist eine gefährliche Mode. Ihre Haltung ist auch mit dem Schutz bedrohter Arten nicht zu begründen.

Von Lauren Slater

Ob in Gärten oder Garagen, in Kellern, Wohn- oder Badezimmern - überall leben wilde Tiere Seite an Seite mit ihren menschlichen Besitzern. Experten schätzen, dass in den USA mehr exotische Tiere privat gehalten werden als in Zoos. Auch in Deutschland sind es nach Angaben von Tierschutzverbänden einige Millionen - darunter Tiger, Affen und Riesenschlangen. Der Handel mit Exoten ist ein Milliardengeschäft. Es ist aber nicht nur gefährlich, wilde Tiere in unsere Städte und Wohnungen zu bringen, es ist auch grausam. Viele Tierrechtler plädieren deshalb für ein Verbot, doch so eindeutig ist die Sache nicht.

Mancherorts braucht man zwar eine Lizenz für die Haltung eines Hundes; einen Löwen oder einen Pavian kann man sich aber auch ohne kaufen und als Haustier halten. In den Ländern Europas und sogar innerhalb Deutschlands ist die Gesetzeslage ähnlich uneinheitlich. "In Deutschland können sich Privatpersonen ohne jegliche Vorkenntnis Präriehunde, Affen oder Wickelbären kaufen", sagt Ines Hofer. Die Zoologin ist in der Tierschutzorganisation Peta (People for Ethical Treatment of Animals) für die Wildtierproblematik zuständig.

Aufgrund fehlender Kontrolle und Regulierung weiß keiner genau, wie viele Exoten in Privathaltung leben. "Die kurze Antwort ist: zu viele", sagt Patty Finch von der Global Federation of Animal Sanctuaries (ein weltweiter Verband von Gnadenhöfen). Allein in den USA werden angeblich mindestens 5000 Tiger gehalten - die meisten nicht in Zoos, sondern von Privatpersonen. Auch wenn viele Halter sich Mühe geben und hohe Kosten für die Pflege in Kauf nehmen, so sind doch viele Tiere in zu engen Käfigen und unter schlechten Bedingungen untergebracht.

Löwen und Tiger, Affen, Bären

Das zweite Problem ist die Herkunft der wilden Tiere. Offiziell als bedroht geltende Arten dürfen weder in den USA noch in Deutschland eingeführt werden. Aber viele der großen Exoten, die in Minizoos hinter dem Haus leben - Löwen und Tiger, Affen, Bären - wurden in Gefangenschaft gezüchtet. In diesem Fall ist der Handel erlaubt. "Die Regelung wird skrupellos ausgenutzt", sagt Ines Hofer von Peta und zitiert eine Untersuchung aus dem Jahr 2011, wonach "80 Prozent aller als 'Nachzucht' ausgewiesenen Grünen Baumpythons aus Indonesien in Wirklichkeit Wildfänge waren".

Manche Leute halten Wildtiere, weil sie eine engere Verbindung mit der Natur suchen. Durch die Exoten fühlen sie sich als etwas Besonderes, und die soziale Isolation, die das Zusammenleben mit einer "unberechenbaren Bestie" zuweilen mit sich bringt, macht die Beziehung oft noch intensiver.

Michelle Berk aus Florida sieht das nicht so philosophisch. Sie hat ihren Wickelbären "Winnie" über die Internetbörse Craigslist erstanden. "Sie war da, als gäbe es sie nur für mich. Einen Hund wollten wir nicht, ein Hund ist ja wirklich nichts Besonderes. Aber ein Wickelbär. So ein Tier ist normalerweise nichts zum Anfassen. Und wer will nicht das, von dem es heißt: 'Das ist nichts für dich.' Dann doch erst recht!"

Schlangen und Affen nur gegen Bargeld

Tim Harrison, dem sein Besuch in der afrikanischen Steppe die Augen geöffnet hat, klagt vor allem die skrupellose Haltung vieler Hinterhofzüchter an. Er kennt Auktionen, wo Käfige voll mit Pumas und anderen Raubkatzen übereinandergestapelt stehen, oft noch Welpen. In den Zelten wimmelt es von Leuten mit Bargeldbündeln in ihren Taschen. Für viele tausend Dollar wechseln hier Schlangen und Affen den Besitzer. Das Publikum strömt in Massen herbei, will sehen und anfassen.

Die Züchter weisen die Auktionatoren an, möglichen Käufern zu erzählen, dass die Ware harmlos ist. Und das stimmt auch, solange die Tiere klein sind. "Affen und Raubkatzen wachsen aber schnell", sagt Harrison, "und spätestens wenn sie geschlechtsreif werden, beginnen die Probleme."

Endstation Wildttierauffangstation

So war es auch bei Michelle Berk aus Florida und ihrem Wickelbären "Winnie". Einige Jahre lang lebte der Kinkajou in friedlicher Harmonie als Mitglied der Familie. Dann kam das Tier in die Brunst und veränderte sich radikal. Es wurde aggressiv und verletzte sich selber durch Bisse in den Schwanz. Die Berks mussten sich schützen und "Winnie" gleichzeitig davon abhalten, sich selbst in Stücke zu reißen. Am Ende gab Michelle Berk den Wickelbären in eine Wildttierauffangstation.

"Es war, als hätten wir ein Kind verloren", erzählt sie. "Für uns wird sie immer unser Baby bleiben. Aber wo sie jetzt ist, darf sie endlich nur ein Kinkajou sein. Ich habe mir inzwischen eingestanden, dass "Winnie" uns nie nötig hatte. Sie brauchte es nicht, mit uns zu kuscheln. Wir haben uns etwas vorgemacht. Wir haben sie uns geholt, weil wir sie brauchten."

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(