Feinstaub München wird zur Lkw-freien Zone


Um die neuen EU-Vorschriften bezüglich der Feinstaubbelastung einzuhalten, machen Deutschlands Städte jetzt Ernst: allen voran München.

Durch die Stadt München dürfen ab Juli keine Lastwagen mehr fahren. Gut vier Wochen nach dem Überschreiten des neuen EU-Feinstaubgrenzwertes hat der Münchner Stadtrat am Mittwoch grundsätzlich grünes Licht für ein Lkw-Transitverbot gegeben. Demnach sollen Lkw im Durchgangsverkehr auf den Autobahnring umgeleitet werden. Zuvor hatte die Regierung von Oberbayern in einer gemeinsamen Sitzung der Aufnahme der Maßnahmen in den Luftreinhalteplan zugestimmt und damit den Weg für den Stadtratsbeschluss freigemacht. Die Stadt soll nun in den nächsten Wochen ein Konzept entwickeln, dem die Regierung von Oberbayern noch zustimmen muss.

Schritt in die richtige Richtung

Außerdem stimmte das Stadtparlament der Prüfung einer Einrichtung von Umweltzonen zu, in denen nur schadstoffarme Dieselfahrzeuge fahren sollen. Dazu müsste aber noch auf Bundesebene die Kennzeichnung dieser Fahrzeuge geregelt werden. Unklar ist auch noch, wie die Umleitung des Lkw-Transitverkehrs kontrolliert werden soll.

Die beiden Münchner Umweltverbände Bund Naturschutz und Green City begrüßten die Entscheidung des Stadtrats. Es sei ein - längst überfälliger - Schritt in die richtige Richtung, hieß es. Es komme nun darauf an, dass Stadt, Freistaat und Bundesregierung auch Mittel zur Umsetzung von Maßnahmen bereitstellen und konkrete Zeitvorgaben beschließen.

Naturschützer haben keine großen Hoffnungen

Die Naturschützer warnten jedoch zugleich vor zu großen Hoffnungen. Die Umleitung von Transit-Lkw verlagere die Belastung nur auf eine größere Fläche, ohne das Problem wirklich zu lösen. Wie wirksam eine Umweltzone sein werde, hänge vor allem davon ab, wann und in welchem Umfang sie komme.

An der Messstelle der viel befahrenen Landshuter Allee in München war an Ostern erstmals bundesweit der EU-Jahresgrenzwert für Feinstaub überschritten worden. Ein Bürger hat deswegen gegen die Stadt geklagt. Die Entscheidung soll Anfang kommender Woche fallen.

DPA


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