Hintergrund Wie entsteht das Wetter?

Das Wetter ist wie eine riesige Maschine, die beständig unterschiedlichste Temperaturen miteinander vermischt. Unser Wetter wird von den verschiedensten Faktoren bestimmt.

Das Wetter ist eine riesige Maschine, die Temperaturen miteinander vermischt

Unser Wetter wird von den verschiedensten Faktoren bestimmt. Alle Wetter- und Klimavorgänge spielen sich in der Troposphäre unserer Atmosphäre ab. Die Troposphäre ist die unterste Schicht der Atmosphäre und erstreckt sich bis zu einer Höhe von etwa elf Kilometer über den Polen und bis zu 16 Kilometer über dem Äquator. Antriebsmotor des Wetters ist die Energie der Sonne. Riesige Luftmassen werden durch sie in Bewegung gesetzt.

Das Wetter ist wie eine riesige Maschine, die nichts anderes tut, als zwei verschiedenartige Temperaturen miteinander zu vermischen. Unterschiedliche Temperaturen entstehen zwangsläufig auf der Erde: Zwischen den kalten Polen und dem heißem Äquator müssen Temperaturunterschiede von mehr als 60 Grad Celsius ausgeglichen werden.

Vereinfacht kann man sich die Strömungen in der Atmosphäre folgendermaßen vorstellen: Warme Luft, die leichter ist als kalte, steigt in den äquatorialen Regionen auf. Aufgrund des Einfallswinkels des Sonnenlichtes ist dort die Erwärmung am stärksten.

Hochs und Tiefs

Generell entsteht über warmen Flächen Tiefdruck, über kühleren Hochdruck. Wenn die Sonne die Erdoberfläche bescheint, erwärmt sich die darüber stehende Luft. Warme Luft ist leichter, steigt auf, und dadurch sinkt der Luftdruck am Boden. Die aufgestiegene Warmluft bewegt sich in der Höhe in Richtung der Pole, wo die Erwärmung durch die Sonnenstrahlung am geringsten ist und sinkt über den Polargebieten ab. Dadurch stehen die Regionen am Äquator meist unter Tiefdruckeinfluss, in das Luft aus Richtung der Pole nachströmt. Daher weht stets ein schwacher, äquatorwärts gerichteter Wind.

Ein Hoch ist ein Gebiet, in dem der Luftdruck höher ist als in seiner Umgebung. Da die Natur immer auf Ausgleich bedacht ist, existieren in einem Hoch ganz bestimmte Strömungsverhältnisse. So fließt die Luft am Erdboden vom hohen zum tiefen Druck, also aus dem Hochdruckgebiet heraus. Als Ausgleich strömt Luft aus höheren Schichten nach. Diese absinkenden Luftmassen erwärmen sich, werden relativ trockener - Wolken lösen sich auf. Im Bereich eines Hochs ist also mit meist - ganz besonders im Winter - sonnigem Wetter zu rechnen.

Dieses einfache Bild wird durch die Erddrehung kompliziert, die zur Ablenkung des nördlichen und südlichen Luftkreislaufes führt.

In Europa kämpfen warme feuchte Luft und kühler Ostwind miteinander

Großräumig gesehen ziehen Tiefdruckgebiete auf der Nordhalbkugel um ein Hoch im Uhrzeigersinn herum, auf der Südhalbkugel in entgegengesetzte Richtung. Grund hierfür ist die Corioliskraft, die Ablenkung von Windströmungen auf der sich drehenden Erde.

Dadurch treten sowohl tropische als auch polare Windströmungen meist als Ostwinde auf, und es bilden sich auf jeder Erdhalbkugel zwei Zwischengürtel. In den Bereichen um die Wendekreise (30 Grad nördlicher sowie südlicher Breite), wo die Sonne zur jeweiligen Jahreszeit im Zenit steht, liegt ein Hochdruckgürtel, in dem die Luft absinkt, sich verteilt und in Richtung des tiefen Druckes, also zum Äquator hin fließt. Auf der Nordhalbkugel wehen beständig Passatwinde aus nordöstlicher Richtung, auf der Südhalbkugel Passatwinde aus südöstlicher Richtung. Hochdruckgebiete sind einerseits durch Trockenheit auf dem Festland charakterisiert, andererseits jedoch aufgrund der Verdunstung durch Ansammlung von Feuchtigkeit über den Meeren.

Nirgends sind die Gegensätze größer als über uns, wo sich der warme, feuchte Westwind aus mittleren Breiten und der kühle Ostwind aus den Polgebieten treffen. Sie liegen in ständigem Kampf miteinander. Die schwere Kaltluft drückt die feuchte Warmluft in die Höhe, die beiden Massen bilden unablässig heftige Wirbel. Aus dem Weltall betrachtet kennen wir diese Wirbel von den Satellitenfilmen des Fernsehwetters.

Azorenhoch und Islandtief

Einen kalten Winter würden wir also bekommen, wenn ein Hoch über Skandinavien und ein Tief über dem

Mittelmeer liegt: Die Folge ist eine nordöstliche Luftströmung mit der dann die kalte Festlandsluft aus

Russland/Sibieren zu uns kommen könnte. Diese Druckverteilung im Sommer bedeutet dann allerdings, schönes warmes Wetter.

Großen Einfluss auf unser Wetter haben vor allem das Azorenhoch und das Islandtief. Das Azorenhoch ist ein beständig klimatisch dominierendes Aktionszentrum im Bereich der Azoren. Es ist ein fast immer anzutreffendes Hochdruckgebiet und permanentes, klimatisch dominierendes Druckgebilde des subtropischen Hochdruckgürtels. Besonders in den Sommermonaten ist das Azorenhoch von großer Bedeutung für den Wetterablauf in Mitteleuropa. Das Islandtief ist ein beständiges Tiefdruckgebiet nahe Island. Es ist verantwortlich, dass sich vor allem im Winter zahlreiche Tiefdruckwirbel bilden und nach Mitteleuropa ziehen und dort für mildes Wetter sorgen. Im Sommer ist das Islandtief meist schwächer als im Winter, weswegen sich in Mitteleuropa öfters das Azorenhoch bemerkbar machen kann.

Im Sommer, wenn das Islandtief und das Azorenhoch miteinander arbeiten, fließt oft kühle und nasse Luft

vom Atlantik heran. Diese Eigenschaften hat das Wetter schon immer gehabt und so wird

es auch bleiben. Es hängt so gesehen nur vom Zufall ab, ob wir einen kalten oder warmen Winter

bekommen; je nachdem wo sich eben Hochs und Tiefs austauschen.


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