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Klimawandel: Kohlmeisen brüten früher

Kohlmeisen in England passen sich dem veränderten Klima an: Sie brüten inzwischen rund zwei Wochen früher als noch vor 50 Jahren. Über dieses Ergebnis jahrzehntelanger Beobachtungen berichten Wissenschaftler im Fachjournal "Science".

Das vorgezogenen Brüten erlaube es den Meisen, den größten Nutzen aus einem saisonalen Nahrungsmittel zu ziehen: Die große Masse der Raupen erscheine wegen der wärmeren Frühlingstemperaturen heute ebenfalls zwei Wochen früher im Jahr auf der Bildfläche, berichten die Forscher um Professor Ben Sheldon von der Universität Oxford.

Die Wissenschaftler hatten vor 60 Jahren begonnen, Kohlmeisen (Parus major) im Waldgebiet Wytham Woods bei Oxford zu beobachten. Dabei wurden rund 10.000 Berichte zum Brutverhalten der Vögel gesammelt. Für die jetzt veröffentlichte Untersuchung zur Veränderung des Verhaltens in Reaktion auf den Klimawandel wurden Daten aus den zurückliegenden 47 Jahren ausgewertet. Kohlmeisenweibchen legen demnach ihre Eier heute im Durchschnitt zwei Wochen früher.

"Wir fanden heraus, dass weibliche Vögel in der Kohlmeisenpopulation in der Lage sind, ihr Verhalten von Jahr zu Jahr an die Umweltbedingungen anzupassen", sagte Sheldon. Dies zeige, dass solche Verhaltensänderungen nicht durch genetische Veränderungen bedingt werden müssen. Dennoch sei das Brutverhalten der einzelnen Individuen "überraschend ähnlich".

DPA / DPA
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